Lügen über Gnade zum laut lachen

Lügen über Gnade zum laut lachen

Gnade ist und bleibt eines der wichtigsten und größten Themen der Schrift und damit eines jeden Gläubigen. Gerade deshalb vielleicht ranken sich um dieses Thema viele verschiedene Ideen, Ansichten und Meinungen und sicher auch ein paar handfeste Lügen.

Auf Grund des großen Themas werde ich es hier nicht umfassend behandeln oder gar alle Lügen aufschreiben können. Aber ich werde ein paar der lautesten Lügen nehmen und mit dir, lieber Leser, herzlich darüber lachen (Am Ende des Artikels gehe ich noch kurz auf das Lachen ein. Man kann das auch gerne zuerst lesen, falls das mit dem Lachen eine Irritation sein könnte.). Mehr als das versuche ich, ein grundlegendes Verständnis zu jeder der zugehörigen Wahrheiten zu geben. Dabei beanspruche ich keine Vollständigkeit, oder denke, es wäre der Weisheit letzter Schrei. Man könnte zu jedem einzelnen Punkt Bücher schreiben! Aber grundlegend soll eine Botschaft gehört werden: Gnade muss alles durchdringen!

Hört sich gut an? Na dann mal los.

 

Eine Überbetonung der Gnade führt zu sündigem Lebensstil. „Ha ha ha ha!“

„Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade.“ Römer 6, 14

Gnade ist keine Erlaubnis zu sündigen. Gnade ist die Befähigung es nicht zu tun. Gnade kann nicht ausschließlich als des Geschenk in den Himmel zu kommen betrachtet werden. Es ist weit mehr als das. Es ist die Befähigung Gottes Seinen Willen zu tun, damit ER alle Ehre bekommt. Denn der große Unterschied liegt in der Quelle. Ist es meine Anstrengung, meine Disziplin, meine Regeln und stahlhartes Durchhaltevermögen, das mich frei von Sünde hält?

Nein, denn dann wären wir wieder im Alten Bund angekommen. „Tu das Richtige, und du wirst leben.“ Doch durch den Neuen Bund in Christus Jesus sind wir bereits lebendig gemacht in Ihm und somit befähigt, das Richtige zu tun. Du lebst, also kannst du es tun. Du hast ein neues Herz und einen neuen Geist erhalten. Du bist kein Sklave der Sünde mehr.

Das Gesetz tut sogar das Gegenteil, es verstärkt Sünde und offenbart sie. Deshalb diente das Gesetz dazu, uns auf einen Retter vorzubereiten, denn durchs Gesetz kam Erkenntnis der Sünde. Aber keine Befreiung von ihr! Nun, dieser Retter kam bereits und heißt Jesus Christus. Er trug unsere Sünde an das Fluchholz und riss unseren alten Menschen mit in den Tod, damit wir nun in Ihm und aus Ihm in Seiner Auferstehungskraft leben. Sozusagen sind wir im Gnadenland angekommen. Das Endziel des Gesetzes ist Christus und Christus ist die Gerechtigkeit eines jeden Glaubenden (siehe Römer 10, 4).
Es wäre schon ein armseliges Evangelium, wenn Jesus Christus‘ Werk am Kreuz uns zwar die Sünde vergibt und in den Himmel bringt, uns aber die Fähigkeit als Herrscher über Sünde zu leben verweigern würde. Was für eine Heuchelei! Verdammt zu sündigen, denn ich bin immer noch einer, wenn auch bedeckt durch das Blut Jesu. Das ist nur ein bisschen gute Botschaft. Doch es geht viel tiefer. Durch die Gnade Gottes wurde dir nicht nur vergeben, du wurdest sogar befreit von dem Urproblem, deiner sündigen Identität. Nun bist du ein Heiliger. Alles aus Gnade.

Also, zu behaupten, eine Überbetonung der Gnade würde zu einem sündigen Lebensstil führen, zeugt von einem grundlegend falschen Verständnis von echter Gnade. Gnade ist Befähigung.

Können Leute die Gnade missbrauchen? Klar können sie. Doch ist es rechtens deshalb wieder ein bisschen Gesetz rein zu streuen, weil wir Angst haben, jemand könnte getäuscht werden? Dann sind wir schon getäuscht! Denn Gnade plus Gesetz ergibt Gesetz! Gnade funktioniert nur pur. Und das Argument des möglichen Missbrauchs ist so schwach wie Essen abschaffen zu wollen, weil es manche missbrauchen und zu viel essen…

Wie wir in unserem Vers aus Römer 6, 14 sehen können, ist das Gesetz sogar kontraproduktiv, während die Gnade als der eigentliche Faktor der Freiheit beschrieben wird.

Warum es uns so schwer fällt, Gnade ihren Lauf laufen zu lassen? Weil wir dabei keine Kontrolle haben, sondern glauben müssen. Wir haben es nicht im Griff. Gnade braucht Vertrauen, Gesetz nicht. Doch ist es unmöglich Gott ohne Glauben wohlzugefallen (siehe Hebräer 11, 6). Wir stehen in dieser Gnade durch Glauben.

Wir müssen also erkennen, dass die Aussage „Eine Überbetonung von Gnade führt zu einem sündigen Lebensstil,“ eine Lüge ist. Wer echte Gnade versteht, sein Leben in Christus fallen lässt und an das vollbrachte Werk vom Kreuz glaubt, wird eine befähigende Kraft in seinem Leben finden, durch die Sünde noch nicht mal mehr ein Verlangen ist. Denn Jesus hat uns neu und heilig gemacht! Wir sind keine Sünder mehr. Wir wurden bereits frei gemacht zu regieren!

Schließen wir diesen Punkt mal hier mit Galater 2, 19- 21, aus der englischen Message Übertragung (von mir ins Deutsche übersetzt), ab:

“Was tatsächlich statt gefunden hat, ist folgendes: Ich versuchte alle Regeln zu halten und hab mich kaputt gearbeitet, um Gott zu gefallen. Und es hat nicht geklappt! Also hörte ich auf ein “Gesetzes-Mann” zu sein, so dass ich Gottes Mann sein kann. Das Leben Christi zeigte mir, wie das geht und befähigte mich dazu. Ich identifizierte mich völlig mit IHM. Ich wurde tatsächlich mit IHM gekreuzigt. Mein Ego ist nicht mehr das Wichtigste, um das sich alles dreht. Es ist nicht mehr wichtig, ob ich vor euch gerecht wirke oder ihr eine gute Meinung von mir habt. Und ich bin nicht mehr getrieben, Gott beeindrucken zu müssen! Christus lebt in mir. Das Leben, dass ihr mich nun führen sehr, gehört nicht mehr “mir”, sondern wird durch Glauben an den Sohn Gottes gelebt. ER, der mich liebte und Sein Leben für mich gab. Ich werde nicht mehr zu dem Alten zurück kehren! Ist euch denn nicht klar, dass wenn ich zu dem alten “Regeln halten” – dieser menschengefälligen Religion – zurück kehre, es mich von allem persönlichen und freien in meiner Beziehung mit Gott berauben würde? Ich weigere mich, das zu tun! Ich weigere mich, Gottes Gnade zurück zu stoßen. Wenn eine lebendige Beziehung mit Gott durch’s “Regeln halten” klappen könnte, dann ist Christus umsonst gestorben.”

 

Eine Überbetonung der Gnade macht lau und faul. „Ha ha ha ha!“

„Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin; und seine Gnade mir gegenüber ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle (die anderen Apostel); nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes〈, die〉 mit mir 〈ist〉.“ 1. Korinther 15, 10

Paulus schrieb 2/3 des Neuen Testaments, gründete Gemeinden, trieb das Evangelium immer weiter voran – auch gegen den größten Widerstand. Er wurde verfolgt, gefoltert, gesteinigt, erlitt Schiffbruch, war unterwegs auf langen beschwerlichen Reisen, hungerte immer wieder, arbeitete trotz der Arbeit für das Evangelium manchmal noch nebenbei, erlebte große und außergewöhnliche Zeichen und Wunder durch sein Leben, hatte Visionen und andere prophetische Erfahrungen, predigte ständig und an allen möglichen Orten, saß im Gefängnis für seinen Glauben, wo er Gott pries und Teile des Neuen Testaments schrieb, war andauernd im Gebet und leidenschaftlich verliebt in Jesus und das Reich Gottes, wollte mit Feuer die siegreiche Gemeinde Jesu Christi sehen, …

Oft sehen wir auf Paulus und denken „So wäre ich auch gerne!“ „Dieses Feuer will ich in meinem Leben!“ usw. oder aber „Wie soll ich das hinkriegen?“ „Das schaffe ich nie!“ usw. Wir bewundern ihn und fühlen uns eingeschüchtert und entmutigt oder versuchen aus aller Kraft, auch so zu leben. Nur um festzustellen, dass wir es nie schaffen würden, es aus uns heraus zu produzieren. Und dann haben wir die Chance entweder frustriert zu werden und theologische Ausreden zu erfinden, oder sein Geheimnis der Gnade zu entdecken.

In einer Sache sind wir uns hier ja wohl im Klaren. Paulus würde man niemals als lau oder faul bezeichnen.
In unserem Vers oben vergleicht sich Paulus sogar mit den anderen Aposteln (Ja, tatsächlich. Mit Johannes, Petrus usw.!). Und behauptet er habe mehr gearbeitet als sie alle! Wow! Das ist eine gewagte Aussage und sie ist in der Bibel!

Und doch lenkt er sofort ein und weißt die Ehre von sich gibt sein „Geheimnis“ preis: „… nicht aber ich, sondern die Gnade Gottes〈, die〉 mit mir 〈ist〉.“

Sagt Paulus hier etwa, dass alles, was er ist, er nur aus Gnade ist? Alles, was er erreicht hat? All sein Feuer, seine Leidenschaft, Opferbereitschaft, Hingabe, Werke, Erlebnisse, Erfahrungen? Ja genau! Es gab für ihn kein Grund zum Rühmen mehr! Keine Möglichkeit mehr mit sich anzugeben, weil alle seine Kraft von Gott kam und nicht aus ihm. Wenn er sich rühmte, dann in Schwachheiten, Verfolgungen oder im Kreuz. Denn darin wurde noch mehr deutlich, dass es alles Gnade war und nicht seine Entschlossenheit, Eifer oder eiserner Wille. Durch Gottes Gnade war er, was er war!

Viel deutlicher kann es gar nicht werden. Gnade befähigt dich. Wir vergleichen uns nicht, sondern wir gehen mit dem Maß des Glaubens und der Gnade, weches Gott uns gibt. Und während wir treu mit dem Gegebenen sind, erweitert sich der Gnadenbereich (Einflussbereich, Verantwortungsbereich, Autoritätsbereich) und Dinge wachsen. Aber die Kraft kommt von Gott!

Was wäre billige Gnade? Billige Gnade wäre diese gewaltige Befähigung nicht zu leben! Was ist also unser Part? Mitschwimmen. Sich voller Glauben fallen lassen in dieses Meer von Gnade und die Gunst nutzen, die zur Verfügung steht. Und dann wird es sich erweitern. Aber was es auch ist, es wird keine Faulheit oder Lauheit sein. Es wird auch nicht zu schwer sein oder untragbar. Denn Gott selbst befähigt dich!

Das mag sich abstrakt anhören, doch gibt es keine andere Möglichkeit! Jeder, der sich in Jesus fallen lässt weiß, wovon ich rede. Man spürt, ob man aus eigener Kraft oder durch Gottes Kraft lebt. Gottes Joch ist sanft und Seine Last ist leicht. Dabei geht es nicht um menschliches Vergleichen, sondern dass das, was Gott auflegt, ER auch trägt. Für deine spezifische Berufung, egal wie groß oder klein sie von außen betrachtet aussieht, hat Gott befähigende Kraft (Gnade) für dich!

“Denn unser Rühmen ist dies: das Zeugnis unseres Gewissens, dass wir in Einfalt und Lauterkeit Gottes, nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes gewandelt sind in der Welt, besonders aber bei euch.” 2. Korinther 2, 12

 

Die Gnade bringt mich ins Reich Gottes. Doch einmal drin, muss ich mich selber anstrengen. „Ha ha ha ha!“

„Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr im Gesetz gerechtfertigt werden wollt; ihr seid aus der Gnade gefallen.“ Galater 5, 4

Im Grunde könnten wir das schon schon mit Punkt 2 abhaken. Paulus fragt die Galater, ob sie den Geist Gottes durch Werke oder durch die Kunde des Glaubens empfangen haben. Er erinnert sie, dass im Reich Gottes alles mit Glauben funktioniert. Im Glauben sind sie hinein in diese Gnade gekommen und jetzt war da dieses Problem, dass sie aus eigener Kraft („im Fleisch“) weitermachen wollten. Und Paulus nannte es einen Verblendung, einen Fluch.

Im Glauben stehst du in dieser Gnade. Und das bleibt auch so. Wir sagen Menschen auf der Straße, die Jesus nicht kennen, wie sehr Gott sie liebt wie sie sind und sie müssten nur ihr Vertrauen in Jesus und Sein Werk setzen und sie sind gerettet. Dann kommen sie in die Gemeinde und auf einmal es ist vorbei mir der Liebe Gottes. Jetzt kommt das richtig machen. Und wenn du es nicht richtig machst, mag Gott dich nicht mehr (Ha ha ha :).

Im Glauben erhielten wir Zugang, im Glauben bleiben wir in dieser Einheit mit unserem Vater im Himmel. Bevor es im Christentum um Werke geht, geht es um innige Gemeinschaft, Beziehung, Freundschaft. Aus dieser Verbindung kommt Frucht. Und zwar ewige Frucht, die bleibt. Wir bleiben im Weinstock, als die Reben. Reben strengen sich nicht an, Frucht zu bringen. Sie bleiben einfach an der Quelle und bekommen die richtigen Nährstoffe. Frucht kommt!

Also lass die schrägen Versuche Gott zu gefallen und lass dich fallen. Hinein in Sein vollbrachtes Werk, wo du eins wurdest mit Christus. Aus dieser Einheit fließt dein Leben und Berufung. Lass die Gnade ihr Werk tun und folge in ihr dem Ruf des Meisters.

Nun, dazu muss man noch sagen, dass Gnade nicht immer ein Gefühl ist. Manche warten ewig auf ein „Gnadengefühl“, um Dinge zu wagen, Sachen richtig zu stellen, schlechte Gewohnheiten zu lassen oder endlich ihren Traum zu leben. Das ist nicht Gnade. Das ist Kindergarten.
In dem Moment, wo du Gottes Willen erkannt hast, darfst du dich im Glauben bewegen. Denn Glaube fühlt nicht, Glaube ist überführt, absolut überzeugt vom Unsichtbaren. Und deshalb handelt er danach. Auch dann, wenn er nichts spürt. Oftmals folgen Gefühle dann. Was aber immer folgt, ist die befähigende Gnade (die dich selbst zum ersten Glaubensschritt schon befähigt hat). Denn durch Glauben stehen wir in der Gnade. Verstehen wir das? Wenn du also Gottes Willen kennst (durch Schrift, Heiliger Geist, prophetische Worte, brennen im Herzen für göttliche Träume…), dann warte nicht, bis du fühlst. Allein die Tatsache, dass Gottes Wille klarer wird, bestätigt die Anwesenheit der Gnade! Wenn du dich im Glauben bewegst, wird es auch klarer, ob Gnade drauf ist. Gottes Aufträge haben immer die Gnade sie zu zu tun integriert. Egal in welchem Bereich deines Lebens.

“Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, aufzuerbauen und ein Erbe unter allen Geheiligten zu geben.” Apostelgeschichte 20, 32

 

Zu viel Gnade führt zu ziellosem, chaotischem und weltlichen Leben. „Ha ha ha ha!“

„Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf“ Titus 2, 11-12

Gnade als Ausrede Mist zu machen, da Gott mir ja eh vergeben hat? Haha, sorry, aber da reden wir nicht von Gnade. Mist ist genau das: Mist. Und zu meinen, dass Mist ok ist und nicht mehr stinkt, weil Gott gnädig ist, hat Gnade nicht verstanden. Gnade ist der Ausdruck eines liebenden Vaters, der Seine Kinder im Sieg und frei sehen will. Papa Gott ist kein Verblender, der uns äußerlich anmalt, damit wir innerlich weiter schmutzig in Gefangenschaft leben. Das wäre die Beschreibung für Religion.
Nein, vielmehr riss ER in Christus den alten Menschen von uns runter, machte uns innen neu und ermutigt uns nun, aus dieser inneren Realität (im Geist) zu leben, darauf zu sinnen und es im Glauben zu ergreifen.

Wer Gnade zum eigensinnigen, selbstsüchtigen, sündigen Leben nutzen will, hat nie verstanden, dass das genau die Sache ist, die ihn zerstören wird. Unser Vater hasst nicht weltliche Begierden, Ungerechtigkeit, Eigensinn und das ganze Zeig, weil ER ein Feindbild braucht, sondern weil es unser Leben zerstört und unser Vater nur das Beste für uns will!

Wir sind von der Sünde befreit durch die Gnade Gottes. Nicht für sie befreit. Und jetzt lehrt uns die Gnade, wie wir in dieser neuen, sündlosen Natur durch Glauben wandeln, was unsere Aufgabe ist (Denn wenn wir keine hätten, hätte uns der himmlische Vater doch gleich bei unserer Bekehrung nach hause holen können!?!), welche Ziele und Träume durch uns verwirklicht werden können usw. Er lehrt uns mit dem Sauerteige des Reiches Gottes diese Welt zu durchdringen, nicht zu werden wie sie. Die Gnade lehrt uns. Wir sind noch in der Welt, wir sind aber nicht mehr von der Welt.

Und das bedeutet klares, deutliches, sauberes Leben. Ja, es wird ungewöhnlich, außergewöhnlich, übernatürlich, wunderbar sein. Aber es hat nichts mehr mit den Werken der Finsternis und den Machenschaften des Verklägers gemein! Es ist das Christusleben. Kraftvoll demütig, strahlend heilig, geradeaus und wertschätzend.

Ein Leben der Gnade ist ein Leben der Kraft, der Heiligkeit, des Überwindens, des Sieges, der Herrlichkeit, der Freiheit!

„Was sollen wir nun sagen? Sollten wir in der Sünde verharren, damit die Gnade zunehme? Auf keinen Fall! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie werden wir noch in ihr leben?“ Römer 6, 1- 2

 

Zu viel Gnade macht schwach. „Ha ha ha ha!“

„Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, er selbst wird 〈euch〉, die ihr eine kurze Zeit gelitten habt, vollkommen machen, stärken, kräftigen, gründen.“ 1. Petrus 5, 10

Gottes Gnade für uns und durch uns befähigt uns durch die schwierigsten Umstände durchzugehen und als Sieger daraus hervorzugehen. Gnade ist nicht lasch oder schwach. Gnade ist die Kraft Gottes, welche am Kreuz für uns frei gesetzte wurde.

Du hast Herausforderungen? Schwierigkeiten? Ängste? Wirf dich auf den Gott der Gnade, der deine Widerstände in Triumphe der Herrlichkeit verwandelt.

Die Versuchung ist die menschliche Logik, das Selber machen, der Unglaube. Aber sich in Christus zu sehen, loszulassen und in Gottes Befähigung zu fallen (sogar in Gottes eigenen Glauben!) bewirkt eine Kraft und Entschlossenheit, die vom Geist Gottes in dir kommt und dich heraus hebt.

Wer wirklich Jesus lebt, wird verfolgt werden. Was für eine Verheißung. Aber genau darin wird Gnade ihre mächtigste Eigenschaft sichtbar machen und statt menschlicher Reaktionen, Hass, Rache und dem Wunsch nach Vergeltung wird Liebe aus uns fließen, die zu einer ewigen Herrlichkeit führt.

Wer die großartige, unglaubliche Gnade Gottes erfahren hat, wird immer Gnade weiter geben. Und das ist eine große Kraft, denn es bedeutet ein Leben, welches sich nicht stößt, ärgert, zurück schlägt. Warum nicht? Weil es frei von äußeren Reaktionen eine innere Realität des Glaubens lebt.

„dessen (das Evangelium) Diener ich geworden bin nach der Gabe der Gnade Gottes, die mir nach der Wirksamkeit seiner Kraft gegeben ist.“ Epheser 3, 7

 

Gnade konfrontiert nicht, sondern lässt alles laufen. „Ha ha ha ha!“

„und achtet darauf, dass nicht jemand an der Gnade Gottes Mangel leide, dass nicht irgendeine Wurzel der Bitterkeit aufsprosse und 〈euch〉 zur Last werde und durch sie viele verunreinigt werden;“ Hebräer 12: 15

„Es wird schon alles gut. Was du da tust ist nicht so schlimm.“ hat nichts mit Gnade zu tun. In einer echten Gnadenkultur ist richtiger Umgang mit Konfrontation ungemein wichtig! Dafür zu sorgen, dass niemand an der Gnade Gottes Mangel leidet heißt, dass zerstörerisches Verhalten (Bitterkeit, Lästern, Unvergebenheit und alle Art von Verhalten, was heilige Gemeinschaft beschädigt) konfrontiert werden muss. Sicherlich oft im gepredigten Wort, aber auch in persönlicher Konfrontation.

Somit lässt Gnade nicht einfach alles laufen, sondern übernimmt Verantwortung als Teil der Befähigung Gottes.

Wie konfrontiert die Gnade? Mit der Wahrheit in Liebe, die im positiven Fall zur Freiheit und Heilung führt und im negativen Fall zu Konsequenzen.

Jedenfalls hat Gnade keine Angst, Dinge beim Namen zu nennen, denn durch Gnade werden Dinge richtig gerückt! Jemand, der im Gnadenverständnis lebt, fürchtet sich nicht Dinge anzusprechen, die Gnade hindern. Und dabei ist die Gnade genau das Mittel, was Veränderung bringt.

Es hört sich vielleicht zuerst komisch an, aber warum ist Konfrontation Gnade? Weil ein Mensch, der sich und anderen durch sein Verhalten Schaden zufügt, ja nicht in der Gnade lebt. Somit hat er die Wahl zur Gnade zurück zu kehren, oder die Konsequenzen aus seiner negativen Entscheidung zu ziehen.

Konfrontation ist Ehrerbietung, denn man kümmert sich genug um eine Person, um sie nicht in zerstörerischem Verhalten laufen zu lassen. Gnade fürchtet sich nicht vor Konfrontation und fühlt sich sicher genug, scheinheilige Sicherheit (Wir haben oft ein Harmoniebedürfnis, was uns hindert Dinge anzusprechen und kreieren so nur noch größere Probleme) aufzubrechen und, auch mit der Möglichkeit missverstanden zu werden, die Wahrheit in Liebe mitzuteilen.

Sicher auch ein Thema, welches würdig ist weit tiefer betrachtet zu werden. Aber das Hauptziel ist das Aufdecken der Lüge, dass Gnade alles einfach laufen lässt. Das ist keine Gnade. Das widerspricht sogar vollkommen dem Charakter Christi. Also einmal laut lachen und die ermahnende und befähigende Konfrontation unseres gnädigen Papas für uns und durch uns willkommen heißen.

„Ich habe aber zum Teil euch etwas kühn geschrieben, um euch zu erinnern wegen der mir von Gott verliehenen Gnade,“ Römer 15, 15

 

Man darf Gnade nicht überbetonen. „Ha ha ha ha!“

„Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und 〈zwar〉 Gnade um Gnade.” Johannes 1, 16

Gnade ist, wie ja schon erwähnt, ein großes fundamentales Thema. Sicher sind genannte Punkte lange nicht alle, aber sie reichen, um uns bewusst zu machen, dass reine, echte Gnade, die wir in Jesus Christus finden und gefunden haben, niemals überbetont werden kann, da alles mit ihr zusammenhängt. Nimm die Gnade aus einer Situation und alles geht bergab.

Aus der Fülle Christi haben wir Gnade um Gnade, also nicht endende, überfließende außergewöhnliche Gnade empfangen. Wir lesen im Alten Bund, dass die Gnade jeden Morgen neu ist. Im Neuen Bund hört sie gar nicht auf zu fließen. Der Gnadenstrom fließt und fließt, auch wenn du schläfst.

Die Angst, Gnade überzubetonen, kommt aus einem falschen Verständnis von Gnade. Gnade wird als dieses alles durchgehen lassende, verweichlichte schwache Etwas angesehen, was zwar irgendwie wichtig ist (niemand kann ja ernsthaft behaupten wir brauchen sie nicht…), aber Ergänzung braucht. Als Ergänzung wird dann oft „Wahrheit“ genannt, da wir ja direkt nach unserem Vers in Johannes 1, 17 lesen „Das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“

Es wird also gesagt, dass man Gnade mit Wahrheit ausbalancieren muss. Nun, das dahinter stehende Motiv mag gut und richtig sein, doch ist es wieder so eine Aussage, die im Kern Angst vor zu viel Gnade macht. Im Sinne von „Wenn die Gnade dich gestreichelt hat, achte bloß darauf, dass du dich noch ein bisschen von der Wahrheit schlagen lässt.“

„Gnade und Wahrheit IST durch Jesus Christus geworden.“ Wenn wir von zwei getrennten Sachen ausgehen, würde da stehen „Gnade und Wahrheit sind durch Jesus Christus geworden.“ Gnade und Wahrheit ist aber vereint in der Person Jesus Christus. Er ist Gnade. Er ist Wahrheit.

Wenn ich Gnade mit Wahrheit ausbalancieren kann, heißt das dann, Gnade ist keine Wahrheit? Oder Wahrheit hat keine Gnade?

Die Wahrheit ist, dass ohne Gnade nichts geht und beides nie und nimmer zu trennen ist. Wahrheit macht frei. Das ist Gnade. Gnade befähigt dich in der Wahrheit (Jesus Christus) zu leben. Aus Gnade bist du in der Wahrheit. Die Wahrheit lässt dich Gnade erkennen. Und auch das ist Gnade. Ein unverdientes Geschenk, eine von Papa Gott kommende Befähigung.

Echte Gnade kann man nie und nimmer überbetonen. Niemals!

„Deshalb umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und hofft völlig auf die Gnade, die euch gebracht wird in der Offenbarung Jesu Christi!“ 1. Petrus 1, 13

 

Zusammenfassung

Christus ist unser Leben und dieses Leben kommt aus uns heraus und das ist Gnade. Gnade ist die göttliche Befähigung, damit alles von Gott kommt und somit ER tatsächlich alle Ehre bekommt. Gnade ist die Kraft des Evangeliums von Jesus Christus. Es ist das „Evangelium der Gnade“ (siehe z.B. Apostelgeschichte 20, 24)! Das Ziel? Ein Wandel wie Jesus. Charakter wie Jesus. Kraft wie Jesus. Beziehung zum Vater wie Jesus. Furchtlos wie Jesus. Klar wie Jesus. Liebevoll wie Jesus. Dienend wie Jesus. Verbindlich wie Jesus. … Jeder mag die Liste selbst fortsetzen.

Doch betont Gnade die Frucht ihres Lebens kaum, sondern eben sich selbst als befähigender Faktor. Zu lange haben wir Frucht betont und stinkend langweilige Religion mit dürftigen Resultaten bekommen, statt die Quelle (den Baum) zu betonen und zu sehen, wie ganz ohne Krampf wunderbare göttliche Frucht das Resultat ist.
Denn wir leben nicht aus eigener Kraft. Wenn wir es könnten, dann wäre Jesus ja umsonst gestorben und eine Neuschöpfung des Menschen wäre nie nötig gewesen. Nein, es geht nicht ohne IHN als die personifizierte Gnade und Wahrheit, die unser Leben geworden ist. Gekreuzigt mit Christus. Mein Selbst verleugnet, denn nun ist Er mein Selbst. Oder besser, es gibt kein Selbst mehr, denn wir alle sind in Christus und so zusammen der eine neue Mensch, Christi Leib, die neue Schöpfung. Alles ist neu geworden!

Mein Gebet an dieser Stelle wäre: „Jesus, lass uns noch mehr erkennen, was Gnade wirklich heißt. Sollte man an Gnade überdosieren können, dann will ich diesen Schuss! Da es aber nicht geht, möchte ich Ströme um Ströme dieser Gnade trinken und leben, mich ganz darin verlieren und nur allein in dir, Jesus, gefunden werden. Amen.“

„Gnade und Friede werde euch immer reichlicher zuteil in der Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn!“ 2. Petrus 1, 2

“Man muss aufpassen, dass man die Gnade Gottes nicht überbetont!” Ha ha ha ha!

– Conrad Gille

 

Nachtrag zum Lachen

Lachen ist hier in keiner Weise arrogant, niedermachend oder als Angriff auf anders Denkende zu sehen! Nach Psalm 2 sitzt Gott im Himmel und lacht über Seine Feinde. Der Feind ist der Lügner. So habe ich und viele andere erfahren, dass es eine echte Erleichterung ist, Lügen zu erkennen und einfach mal laut darüber zu lachen. Es setzt etwas frei und hilft, die Lüge als Lüge zu erkennen.

Solltest du, lieber Leser, nicht lachen wollen, ist das voll in Ordnung. Sowieso sollte man erst dann lachen, wenn man weiß, dass es eine Lüge ist. War man selber davon betroffen, kommt das Lachen auch oft von alleine.

Wie dem auch sein, bitte stoß dich nicht an dem Versuch der Auflockerung durch die – in diesem Artikel nebensächliche – Sache des Lachens.

“Ich stoße mich am Lachen!” Ha ha ha :))