Arbeite nicht für das, was du schon hast

Arbeite nicht für das, was du schon hast

Hast du dich schon mal für etwas angestrengt, was dir schon gehörte? Nein? Ist doch doof? So was macht keiner? Ich gehe mal davon aus, dass du Christ bist. Und obwohl wir alle zustimmen würden, dass es nicht wirklich schlau ist für etwas zu arbeiten, was einem schon gehört, leben viele von uns so. Das will ich in diesem Artikel näher beleuchten, damit es uns nicht mehr passiert und wir raus aus dieser Falle kommen.

Das Ganze führt nämlich zu einem nervigen Phänomen. Nämlich dem Verbrauch von Energie für etwas, was man schon hat. Verschwendung! Dabei hält es mich gleichzeitig davon ab das zu genießen, was schon da ist. Letztendlich führt es auch zu Frust, da viele Anstrengungen schlichtweg dem Boxen gegen ein Schattenbild gleichen.

Die Gute Nachricht ist, dass wir etwas geschenkt bekommen haben und jetzt einfach nur dabei sind, es auszupacken und zu entdecken. Wir leben in einem Neuen Bund mit herrlichen Verheißungen und entdecken ein neues Leben in Christus. Doch lass uns mal weiter vorne anfangen.

Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes. Matthäus 11, 13 (ELB)

Johannes der Täufer war der Letzte der Alttestamentlichen Propheten. Mit ihm ging eine ganze Ära zu Ende und Jesus trat auf den Plan, der etwas ganz Neues eingeführt hat. In dieser Übergangszeit mit dem Soh Gottes auf der Erde fing alles an sich zu verändern, bis es am Kreuz vollendet wurde und nach Seiner Auferstehung für alle bereit stand, die es annehmen wollen.

Lass diesen Vers noch mal kurz auf dich wirken. Wenn das Gesetz und die Propheten bis auf Johannes geweissagt haben, dann muss man zu dem verheißungsvollen Schluss kommen, dass danach die Realität einsetzte, von der das Gesetz und die Propheten geweissagt haben! Das Gesetz und die Propheten prophezeien also eine Realität, in der wir jetzt leben. Dies sollte uns auch einen mächtigen Wink mit dem Zaunspfahl geben, wenn es darum geht das Gesetz und die Propheten zu lesen. Wir müssen darin den neuen Bund finden!

Doch schauen wir uns mal noch eine andere Stelle in der Schrift an.

Im Hinblick auf diese Rettung suchten und forschten Propheten, die über die an euch erwiesene Gnade weissagten. Sie forschten, auf welche oder auf was für eine Zeit der Geist Christi, der in ihnen war, hindeutete, als er die Leiden, die auf Christus kommen sollten, und die Herrlichkeiten danach vorher bezeugte. Ihnen wurde es offenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren.
1. Petrus 1, 10- 12 (ELB)

Hast du diese Verse gelesen? Die lassen Freude in mir hochsteigen. Die Propheten forschten und suchten etwas, worin wir jetzt stehen: Die Gnade unserer Erlösung! Sie haben darüber geweissagt, wie zum Beispiel Jesaja es 700 Jahre vor Christus getan hat:
„Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.“ Jesaja 53, 3- 5 (ELB)
Sie bezeugten und prophezeiten etwas, von dem sie nicht wussten, wann es kommt. Und dann merkten sie, dass sie es wohl nicht mehr auf dieser Erde erleben werden, sondern dass sie mit den Prophetien jemandem anderen dienten. Und wem? Dir und mir! Wir leben jetzt in der Realität der Prophezeiungen! Selbst Engel staunen und wundern sich über die Güte und dieses unfassbare Werk vom Kreuz, welches Jesus Christus am Kreuz vollbracht hat. Das ist unsere Zeit. Jetzt. Nicht irgendwann in der Zukunft.

 

Zeiten ändern sich

 

Nachdem Jesus erklärte, dass mit Johannes dem Täufer eine ganze Ära zu Ende geht und somit eine Realität anfängt, auf die alle gewartet haben, macht ER danach eine interessante Aussage.

Wer Ohren hat zu hören, der höre! Wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die an den Marktplätzen sitzen und ihren Freunden zurufen und sprechen: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint! Denn Johannes ist gekommen, der aß nicht und trank nicht; da sagen sie: Er hat einen Dämon! Der Sohn des Menschen ist gekommen, der ißt und trinkt; da sagen sie: Wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von ihren Kindern. Matthäus 11, 15- 19 (SCH)

Lass uns da mal langsam ran gehen. Wie schon angeschaut, läutet Jesus mit sich eine neue Ära ein und nutzt den Vergleich zwischen dem letzten Propheten des Alten Bundes (Johannes) und sich selbst, dem Stifter des Neuen Bundes. Dies zeigt sich wieder in dem Gleichnis der Kinder. Sie singen und pfeifen, aber niemand tanzt. Sie spielen Klagelieder und niemand weint. Dann spricht er direkt wieder von Johannes dem Täufer, der nicht aß noch trank und als Besessen beschimpft wurde und dann von sich, der im Kontrast zu Johannes mit den Sündern gleich gestellt wird.

Jesus beschreibt hier die zwei Ären. Oder sollten wir besser zwei Bündnisse sagen? Johannes der Täufer aß und trank nicht. Es wurden Klagelieder gesungen, aber niemand hat gewehklagt. Diese Ära der Trauer geht nun zu Ende. Nun kommt Jesus, welcher isst und trinkt! Aber obwohl gesungen und gepfiffen wurde, hat niemand getanzt! Das ist die Ära, in der wir jetzt sind. Die Ära der Gnade, die gute freudige Botschaft, das Evangelium. Wer es ergreift darf tanzen! Doch Jesus deckt die Unfähigkeit der Hörer auf, zwischen den beiden Bündnissen zu unterscheiden!

Dasselbe passiert uns auch immer wieder. Wir haben nicht wirklich verstanden, dass wir auf dieser Seite des Kreuzes leben, nicht vor dem Kreuz. Obwohl uns gepfiffen wurde, haben wir versäumt zu tanzen.

Interessant hier ist auch, dass sowohl Johannes der Täufer als auch Jesus anscheinend dieselbe Botschaft predigten. Beide predigen denselben Satz: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen!“ Doch die Botschaften hätten unterschiedlicher nicht sein können! Während Johannes als letzter Vertreter des alten Bundes eine Drohung ausspricht: „Kehrt um, ändert euch, sonst überrascht euch das Reich Gottes und ihr bekommt richtig Ärger!“ erklärt Jesus eine Möglichkeit: „Ändere dein Denken, denn die Möglichkeiten des Himmels sind in Reichweite!“. Zwei Zeitalter. Zwei Bündnisse. Alt und Neu.

Die Tragweite dieser Veränderung kündigt Gott auch im Alten Testament immer wieder an. Einer der wohl bekannstesten Stellen dazu ist Jesaja:

Denkt nicht an das Frühere, und auf das Vergangene achtet nicht!
Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht? Ja, ich lege durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde.
Die Tiere des Feldes werden mich ehren, Schakale und Strauße, weil ich in der Wüste Wasser gegeben habe, Ströme in der Einöde, um mein Volk zu tränken, mein auserwähltes.
Dieses Volk, das ich mir gebildet habe, sie sollen meinen Ruhm erzählen. Jesaja 43, 18- 23 (ELB)

Das Frühere ist vorbei! Gott hat etwas Neues gewirkt und jetzt sprosst es auf. Sieh hin! Mach es dir klar! Du und ich sind dieses von Gott Selbst in Christus neu gebildete Volk!

Dieses „Siehe!“ finden wir in einer populären Schriftstelle im Korintherbrief wieder:

Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2. Korinther 5, 17 (ELB)

Sieh hin! Neues ist geworden. Es kommt nicht, es ist schon! Wir dürfen es durch den Heiligen Geist und die Schrift erkennen.

 

 

Der religiöse Geist

 

Der religiöse Geist will uns immer für etwas arbeiten lassen, was wir schon haben. Deshalb ist Religion ein schweres Joch, welches nie zufrieden stellt. Im Kontrast dazu befähigt die Gnade uns das Richtige zu tun und da die Kraft von Gott kommt, ist es ein leichtes und sanftes Joch.

So viele erwarten vom eigenen körperlichen Tod, was Jesus uns bereits mit Seinem Tod gegeben hat. Man könnte ironischer Weise sagen, dass der Tod ihr Retter ist, nicht Jesus. Aber nicht unser Tod errettet uns, sondern Jesu Tod. Und der liegt in der Vergangenheit und wir leben heute in den Auswirkungen.

Freiheit von Sünde, der Welt, dem Teufel, Armut, dem Fluch des Gesetzes… Jesus hat uns am Kreuz mit Seinem Tod erlöst. Es ist vollbracht. Wir sind jetzt gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt und haben vollen Zugang durch Glauben zu der Gnade, in der wir stehen. Alle Trennung zwischen uns und Gottes Liebe ist aufgehoben, uns ist vergeben und wir sind mit unserem Vater im Himmel vereint. Nichts kann uns trennen von IHM. Das Reich Gottes breitet sich jetzt durch uns aus. Wir warten nicht mehr gelähmt auf einen besseren Tag. In Christus machen wir den besseren Tag.

Sage ich etwa, dass es nicht mal noch einen Himmel gibt und alles wunderschön und herrlich wird? Nein, sage ich nicht. Ich sage nur, dass – während diese Hoffnung und Zukunft natürlich nie verlischt und auch fröhlich erwartet wird – wir jetzt in einer Realität leben, die schon die kühnsten Vorstellungen übertrifft! Und deshalb müssen wir aufhören so zu leben, als ob Jesus nie am Kreuz gestorben wäre, unsere Sünde nicht von uns gerissen hätte und uns kein neues Leben in Seiner Auferstehungkraft gegen hat. In all dem Leben wir jetzt! Und unser Job, während wir uns natürlich auf den Himmel freuen, ist den Himmel auf die Erde zu bringen. Denn wir haben Zugang!

 

Verheißungen erfüllt

 

… sondern, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben«. 1. Korinther 2, 9 (SCH)

Ein sehr beliebter Vers. Und er hört sich auch sehr schön an. Damit kann man gut Menschen auf eine bessere Zukunft vertrösten. Es gibt nur einen Haken. Dieser Vers spricht nicht von deiner Zukunft, sondern von deiner Gegenwart!

Zuallererst mal ist es ein Zitat aus dem Alten Testament. Zweitens macht es der darauf folgende Text mehr als deutlich.

Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.

Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind;
1. Korinther 2, 10 und 12 (ELB)

Was kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, in kein Menschenherz gekommen… Uns aber hat es Gott geoffenbart… Ein „aber“ verändert die vorher gemachte Aussage gewaltig und erlaubt nicht mehr sie alleine stehe zu lassen. Du zählst zu „Uns aber…“. Wir leben in der Erfüllung dieser Verheißung, wir leben im Lied des neuen Bundes, wir tanzen nun zu den Rhythmen der Gnade! Wir haben Zugang erhalten und wissen, was uns von Gott geschenkt ist! Wir sind neu und unsere Heimat ist es auch. Wir kommen jetzt von unserem Papa-Gott direkt aus dem Himmel. Paulus geht dann noch weiter und sagt, dass es genau das ist, wovon wir auch predigen! Von dem, was Gott uns geschenkt hat! Leider predigen wir so oft über das, was kommen soll, was Gott bald tun will, wo wir alle noch hinkommen sollten, was wir alles machen müssen, um es zu bekommen……. gähn. Entschuldige, aber es macht mich müde. In den Sprüchen heißt es, dass hingezogene Hoffnung das Herz krank macht. Und was passiert, wenn ich auf etwas hoffe, was ich eigentlich schon habe? Ich hoffe vergebens und der Zugang dazu wird mir verwährt, obwohl es mein Erbe ist. Ermüdend! Was mich erfrischt, anfeuert, Liebe und Leidenschaft freisetzt ist die Erkenntnis, dass ich heute alles habe, was es braucht! Heute wohnt Gottes Geist in mir und kann mir die Tiefen Gottes zeigen. Heute kann Erkenntnis und Offenbarung über meinen himmlischen Vater und mein neues Leben in Christus mein Herz zum Glühen bringen. Heute kann die Tiefe der Guten Botschaft mein Leben verändern, heilen, befreien, stark machen. Heute kann ich erweckt leben, Menschen mit Gottes Liebe und Kraft berühren und diese Welt verändern.
Das sollten wir predigen. Wir sollten predigen, was wir haben und nicht Mangel- und Waisendenken fördern, in dem wir andauernd davon reden, was wir noch nicht haben, oder wofür wir noch nicht bereit sind.

Wir sind die Erfüllung der Prophetie. Wie sind die Generation, auf die wir gewartet haben. Wir sind Erweckung. Christus in uns ist, was die Welt braucht. Es ist ihre Hoffnung auf Herrlichkeit. Lasst uns bitte aufhören, immer irgendeinen besseren Tag zu prophezeien oder von der nächsten auserwählten Generation sprechen (Und diese redet dann in prophetischen Konferenzen wieder von der nächsten auserwählten Generation. Vergebt mir meine Ironie…). Seit dem Kreuz sind alle auserwählt! Wir sollten anfangen zu nehmen, was bereits zur Verfügung steht! Jemand sagte mal, dass die Propheten des Neuen Testamentes hauptsächlich in die Vergangenheit prophezeien, in dem sie proklamieren, was bereits durch das Kreuz geschehen ist. Wie tief und wahr das doch ist. Wir laufen nicht mehr im Hamsterrad der Religion, drehen uns nicht mehr wie ein Hund im Kreis bei dem Versuch, unseren eigenen Schwanz zu fangen. Christus hat uns mit IHM auferweckt zu Neuheit des Lebens. Wir sind Kinder des Lichts. Wir sind im Geist. Wir sind erlöst. Ein Geist mit Ihm. Nun lasst uns auch so leben.

Zum Schluss noch ein verstandessprengender Leckerbissen aus 1. Korinther 2 Vers 16:

Denn “wer hat den Sinn des Herrn erkannt, dass er ihn unterweisen könnte? (ELB)

Was bedeuten die Anführungszeichen in dem Satz? Richtig! Es ist ein Zitat aus dem Alten Testament.

Und jetzt kommt Teil 2 dieses Verses:

Wir aber haben Christi Sinn. (ELB)

Noch mal zusammen:

Denn “wer hat den Sinn des Herrn erkannt, dass er ihn unterweisen könnte?” Wir aber haben Christi Sinn. (ELB)

Da dieser Vers auch meinen Kopf sprengt, lasse ich dich, lieber Leser, in stummer Verwunderung oder leidenschaftlicher, ausflippender Anbetung vor unserem herrlichen Gott, der es vollbracht hat und wir nun in dieser Realität leben.

– Conrad Gille