Die Kraft Gottes ist keine Option

Die Kraft Gottes ist keine Option

Gott bestätigt Sein Wort immer mit Taten. Da ER Gott ist, sind diese Taten in der Tat übernatürlich. Wie sich jemals der Gedanke in den Leib Christi geschlichen hat, dass Gott nur noch in die Logik unseres menschlichen Denkens passt – oder eben nicht – ist mir tatsächlich schleierhaft. Es ist teuflisch.

Es ist selbst für den nicht erneuerten, irdisch gesinnten Verstand schlicht unlogisch. Wie kann ich an Gott glauben, aber gleichzeitig nichts von IHM erwarten, außer dem, was ich selber schon kann? Tsssss…. 🙂

In Matthäus 22 Vers 29 sagt Jesus zu den Sadduzäern (eine religiöse Partei):

Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt noch die Kraft Gottes;

Mal ganz unabhängig vom Zusammenhang hier, ergibt sich eine einfache Formel für Verirrung. Willst du sie wissen? Gut, hier ist sie, die Formel für all die, die sich gerne irren wollen:

Unkenntnis von Schrift + Unkenntnis der Kraft Gottes = sich irren

Die Wichtigkeit der Schrift ist den Meisten von uns klar. Sie ist das Fundament, auf dem der Heilige Geist uns in die Wahrheit, also in Christus, führt. Das soll hier nicht so mein Thema sein, davon gehe ich jetzt mal aus.

Die Wichtigkeit der Kraft Gottes als keine Option, sondern Notwendigkeit eines Christen, ist dagegen schon weniger bekannt. Ja, es wächst. Und ich will meinen Anteil dazu geben.

Wir sollen sie kennen, die Kraft Gottes. Das Wort „kennen“ – im Alten Testament im Zusammenhang mit der intimen Einheit von Mann und Frau gebraucht – trägt immer den Anspruch der Erfahrung mit sich. Im hebräischen Denken hat man erst dann etwas verstanden, wenn man es auch erfahren hat. (Ganz im Gegenteil zum griechisch geprägten Denken, wo man von einem Lehrer trainiert werden kann, wie man zum Beispiel ein Geschäft führt, obwohl der Lehrer selber nie eins hatte: Selah.) So liegt die zaghafte Annahme nah, dass wir die Kraft Gottes in unserem Leben erfahren sollen. Was denn auch sonst?!

 

Kann Gott Wunder tun?

Sogar Ungläubige, die sich nur mal hypothetisch vorstellen es gäbe Gott, stimmen zu, dass ER das könnte.

Klar kann Gott das.

Aber will ER auch? Will ER es heute, oder noch besser: will er es durch dich und mich?

 

Wer bin ich?

Die große Frage der Menschheit. Nun, für uns, als Christen, ist die Antwort darauf so kraftvoll, radikal und überwältigend, dass deren Fehlen zu einem tatsächlich katastrophalen Zustand unseres Lebens führt: Es ist die Abwesenheit der Kraft Gottes in unserem Leben, wodurch dieses schlimmstenfalls in die Irre geht und wir bestenfalls einfach nicht in der Fülle dessen gehen, was uns Gott verheißen hat.

Du bist…

… aus Gott von oben geboren (siehe Johannes 1, 13)

… ein Sohn / Tochter Gottes deines Vaters (siehe Galater 3, 26 und Galater 4, 6)

… ein Geist mit Gott (siehe 1. Korinther 6, 17)

… eine neue Schöpfung / neues Wesen (siehe 2. Korinther 5, 17)

… ein Tempel des Heiligen Geistes (siehe 1. Korinther 6, 19)

… Jesus Christus ist dein großer Bruder (siehe Römer 8, 29)

… berufen zu sein wie Jesus (siehe Römer 8, 29 und 1. Korinther 3, 18)

… Vertreter Christi auf Erden (siehe 2. Korinther 5, 20)

… ein kraftvoller Zeuge Jesu (siehe Apostelgeschichte 1, 8)

Wenn man das so liest könnte man fast meinen, wir könnten Dinge tun, die menschlich nicht möglich sind, oder? Und ja, wir sollen! Wir sind übernatürlich! Es ist unsere Natur! Keinen Appetit für das Übernatürliche zu haben, ist für einen Christen unnormal. Wir sind geboren für das Übernatürliche! Jesus Christus zu repräsentieren ohne übernatürliche Wirksamkeit bedeutet ein falsches Zeugnis abzugeben. Wir sind vorherbestimmt den übernatürlichem Gott, Schöpfer des Universums, zu repräsentieren als der Leib Christi auf Erden. Ohne Kraft? Das geht nicht!

Strebt nach der Liebe; eifert aber nach den geistlichen Gaben, besonders aber, dass ihr weissagt! 1. Korinther 14, 1

Das Wort „eifern“ beschreibt ein aktives Ausrichten und Ausstrecken. Doch es ist fast interessanter, dass das Wort „Gaben“ eigentlich im Text gar nicht vorkommt, sondern im Zusammenhang dazu getan wurde (was auch nicht falsch ist). So könnte man sagen: „Eifert nach dem Geistlichen…“. Oder: „Eifert nach dem Übernatürlichen…“

Immer wieder fordert uns die Schrift auf, nicht auf das Sichtbare zu sehen, sondern mit Augen des Glaubens das Unsichtbare (Geistliche oder in der geistlichen Welt reale) zu schauen und davon überführt und überzeugt zu sein (siehe Hebräer 11, 1). Die Geistliche Welt ist übernatürlich. Es ist unser Zuhause! Dabei geht es nicht zuerst darum, zu versuchen übernatürlich zu sein. Es geht darum zu glauben, was Gott über sich und über dich sagt. Verhalten folgt Glauben. Wird in uns das Bewusstsein unserer übernatürlichen Natur und Verbindung zu Gott deutlich, fangen wir an, Situationen von einer anderen Perspektive zu sehen und dementsprechend zu handeln. Alles ist möglich!

 

Kraft

In der Schrift gibt es verschiedene Worte, die im deutschen mit dem Wort Kraft wiedergegeben werden. Ein Wort ist Dynamis.

Wir kennen das Wort „Dynamit“, welches davon abgeleitet ist.

Das Wort beschreibt wunderwirkende Sprengkraft. In Apostelgeschichte 1 Vers 8 lesen wir, dass wir durch den Heiligen Geist „Dynamis“ empfangen, um Seine Zeugen zu sein. Ein weiterer Vers ist dieser aus 2. Timotheus 1, 7:

Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft (Dynamis) und der Liebe und der Zucht.

Einen Vers davor fordert Paulus seinen geistigen Sohn Timotheus auf, die Gaben auf ihm anzufachen und ermutigt ihn mit eben diesem Vers 7, keine Furcht zu haben. Anscheinend war Timotheus eingeschüchtert und fing an Lügen über sich und seine Berufung zu glauben. Und Paulus baut ihn auf. Wie? In dem er ihm die Wahrheit sagt. Furcht gehört nicht mehr zu seiner DNA! Er hat einen neuen Geist bekommen. Aus Gott geboren und mit dem Heiligen Geist vereint. Und dieser Geist ist unter anderem ein Geist der „Dynamis“, der wunderwirkenden Sprengkraft! Dasselbe gilt für dich, lieber Leser, wenn du Jesus dein Leben anvertraut hast. Ich spreche hier von deiner und meiner Realität.

 

Aber ist das nicht nur für Apostel?

Das ist eine der großen Lügen. „Nur speziell ,Auserwählte‘ gehen darin.“ Stimmt auch. Nur das alle auserwählt sind.

Ja, Jesus sagt den Zwölfen (Aposteln oder werdenden Aposteln) in Matthäus 10, 8:

Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt!

Nun, Gott sei Dank gibt es noch die 70 ohne Namen (Lukas 10), die Jesus aussandte Dämonen auszutreiben, Kranke zu heilen und das Reich Gottes damit anzukündigen und zu demonstrieren. Keine Apostel. Jünger ohne Namen. Gut, oder? Das könnten auch wir sein.

Doch es kommt noch besser! Wir alle kennen den „großen Missionsbefehl“ aus Matthäus 28 Vers 19, richtig?

Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

Jesus gibt uns den Auftrag, alles zu lehren, was ER uns geboten hat. Wem sagt ER das? Richtig, Seinen Jüngern / Aposteln. Sie sollen wen lehren? Genau, alle Nationen. Was sollen sie lehren? Alles. Das würde Kranke heilen, Tote auferwecken, Dämonen austreiben beinhalten, oder? Und du und ich, wir sind irgendwie Teil der Nationen. Irgendeiner jedenfalls.

Entschuldige bitte meinen leicht ironischen Unterton, aber es muss uns klar sein: Die Kraft Gottes steht für uns zur Verfügung und es gibt keine Ausreden. Wir machen uns förmlich schuldig, wenn wir Sein übernatürliches Wirken entweder als beendet ansehen, oder es auf einen fernen Tag in die Zukunft schieben. Eine sterbende Welt wartet auf die bevollmächtigten und mit wunderwirkender Sprengkraft ausgerüsteten Kinder Gottes, um ihr den Retter und Heiler vorzustellen. Nicht in Gerede, Theorie und großem Geschwafel, sondern in Kraft. Nicht die Einzelnen, Besonderen, Speziellen sind ausgerüstet, sondern die Glaubenden.

Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden. Markus 16, 17- 18

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe. Johannes 14, 12

Es wird Zeit, nicht mehr unsere fehlende Erfahrung zu nehmen und damit die Schrift zu interpretieren (oder sollte ich sagen: zurecht zu stutzen), sondern die Aussagen der Schrift zu nehmen und mit kindlichem Vertrauen Schritte zu gehen. Und zwar solange, bis unsere Erfahrungen sich mit den Aussagen der Schrift decken.

 

Menschenweisheit vs Kraft

Ein weiteres Hindernis für den Glauben an das Übernatürliche ist die Annahme, dass die Kraft Gottes optional ist. Die einen gehen eben mehr den sozialen Weg, die anderen nutzen Zeichen und Wunder. Nie sollte das getrennt werden! Sozial sein kann jeder. Wunder tun nicht. Das Zeichen eines Christen ist nicht zuerst seine soziale Ader. Auch wenn er die natürlich haben sollte. Aber ein an Jesus Glaubender repräsentiert eine andere Welt, nämlich den Himmel. Seine Motivation ist Liebe und seine Werkzeuge, diese Liebe auszudrücken, sind unter anderem übernatürlich.

Und ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam nicht, um euch mit Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit das Geheimnis Gottes zu verkündigen. Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt. Und ich war bei euch in Schwachheit und mit Furcht und in vielem Zittern; und meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe. 1. Korinther 2, 1- 5

Paulus macht hier etwas ziemlich deutlich. Er verlässt sich nicht auf seine eigene Kraft. In sich selbst ist er sogar schwach, fürchtet sich und zittert. Starke Worte. Doch ich denke, dass er sie sehr bewusst gewählt hat, um den Kontrast zu seinem eigentlichen Dienst deutlich zu machen: Er predigte das Kreuz in Erweisung des Geistes und der Kraft!

Und, ja genau, in Erweisung von „Dynamis“. Das Wort „Erweisung“ könnten wir auch mit „beweisen“, „zeigen“, oder „demonstrieren“ beschreiben. Paulus bewies und demonstrierte die Realität des Kreuzes durch sichtbare Wirkungen des Geistes in Kraft. Mit einem bestimmten Ziel: Damit der Glaube nicht auf Menschenweisheit gebaut ist, sondern auf Gottes Kraft!

Es schien ihm und dem Heiligen Geist sehr wichtig, dass der Glaube auf Gottes Kraft gegründet ist. Es scheint eine tiefere Wurzel zu sein als Menschenweisheit. Oder besser: Es ist eine Wurzel. Menschenweisheit nicht.

Nun gut, das war der Dienst des Paulus. Genau. Und wenn sich heute einer Jesus zuwendet braucht er das nicht mehr? …

Ziehen wir es noch ein bisschen fester:

Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 1. Petrus 4, 11

Wir dienen aus Gottes (übernatürlicher) Befähigung, und es hat einen Sinn, nämlich das Gott verherrlicht wird. Gott wird erst dann wirklich verherrlicht, wenn etwas durch uns geschieht, was wir selbst nicht könnten. Nur dann ist es ein „Zeichen“, welches in eine Richtung zeigt: Gott.

Jesus Selbst, wie könnte es auch anders sein, lebte das vor. Und ER ist unser „Prototyp“, der erste der neuen Schöpfung, unser großer Bruder, und unsere Erwählung ist zu sein wie ER. Jesus lehrte und demonstrierte. Seine Lehre war in Vollmacht und nicht in Menschenweise. Ein Beweis dieser Vollmacht waren die Machttaten des Himmels, die durch IHN geschahen.

Jesus lehrte und forderte die Zuhörer auf, IHM zu glauben. Doch dann macht ER eine erstaunliche Aussage:

Glaubt mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen! Johannes 14, 11

Wir könnten hier sagen, dass Jesus seinen Zuhörern das Recht gibt nicht zu glauben, wenn das, was ER sagt, nicht auch durch Werke demonstriert wird. Wow!

Die Kraft Gottes ist keine Option!

 

„Ich erlebe nichts“

Eines kann ich garantieren. Wenn unser Denken erneuert wird hin zu der Realisation, dass wir übernatürlich sind und es ausdrücklich Gottes Wille ist darin zu handeln, dann wird es nicht lange dauern, bis du was erlebst.

Wir werden immer nach dem handeln, was wir glauben. Daran erkennen wir auch, ob wir Lippenbekenntnisse machen, oder Herzensglauben tragen. Wenn ich etwas sage, aber nicht danach handle, glaube ich es nicht. Also wie kommen wir zu dem Erlebnis? Fang an zu glauben, wer dein himmlischer Vater ist (Gott) und wer du bist (Sohn / Tochter Gottes). Je mehr diese Wahrheit in dich einsinkt, wird sich automatisch Verlangen nach Seinem Wirken einstellen. Und eh du es richtig realisierst, findet sich in dir die Bereitschaft Risiken einzugehen und aus dem Boot der menschlichen Möglichkeiten auszusteigen. Wirst du scheitern? Wahrscheinlich. Aber wirst du auch Fortschritte erleben? Auf jeden Fall! Dein treu sein im Kleinen positioniert dich für Beförderung, und Gott setzt dich über mehr. Und so wachsen die übernatürlichen Wirksamkeiten und das Bewusstsein deiner Identität (Charakter).

Hier mein Tip. Nimm die hier in diesem Artikel genannten Bibelverse und denke drüber nach, sprich sie laut aus, setz deinen Namen ein, bekenne sie über deinem Leben. Automatisch fängt eine Veränderung deines Denkens an, was schließlich zu einer Veränderung deines Glaubens führt. Danach folgt eigentlich nur noch „Der Schritt“, von dem ich in meinem Artikel „Gnade und Glauben – Ein kleiner Schritt in Gottes große Kraft“ schreibe (frei erhältlich auf unserer Webseite www.fatofa.org).

Warte nicht auf einen besonderen Tag. Glaub wie ein Kind und versuche es. Und dann noch mal. Und dann noch mal. Ich könnte unzählige Berichte aufschreiben, in denen Leute lange für Heilung gebetet haben und nichts geschah. Oder prophezeien wollten und irgendwie kam nichts. Oder Finanzen gesät haben und es trat scheinbar keine übernatürliche Versorgung auf… Aber alle diese gaben nicht auf, vertrautem Gottes Wort und gingen Glaubensschritte. Und dann kamen die Durchbrüche. Wir sind jetzt in dieser Zeit. Niemand braucht mehr lange auf einen Durchbruch warten. Wir ehren die, die bereits darin gehen und empfangen ihr Erbe. Und es geht!

Zeugnisse Anderer ist auch so ein Katalysator ins Übernatürliche. Lies doch mal alle Zeugnisse auf unserer Webseite. Es wird dich garantiert entfachen.

 

Abschluss

Gott ist nur übernatürlich. Gott ist nur natürlich. Gott kennt keine zwei Zustände. Er hat in Christus Himmel und Erde versöhnt und damit das Irdische mit dem Himmlischen. Es ist natürlich, als Christ übernatürlich zu sein. Du bist übernatürlich. Das ist dein Wesen, deine Natur. Du bist geschaffen, um die Möglichkeiten des Himmels in die Unmöglichkeiten dieser Welt zu bringen.

– Conrad Gille