Tränentäler zu Quellorten

Tränentäler zu Quellorten

Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. Sie gehen von Kraft zu Kraft. Psalm 84, 6- 8

Jeder von uns kennt Tränentäler. Es sind dies Zeiten, in denen wir mit Dingen konfrontiert werden, die dem widersprechen, was Gott verheißen hat. Oft kommen sie unerwartet. Sie können sehr herausfordernd sein und uns weit über unsere eigenen Fähigkeiten hinaus dehnen. Vielleicht verstehen wir einfach etwas nicht, vielleicht verwirrt es uns und wir müssen entscheiden Gottes Verheißungen, oder den Informationen um uns rum zu glauben, vielleicht lässt es uns aber auch richtige Tränen des Schmerzes weinen. Ja, es gibt sie. Und ja, jeder wird sie auf die ein oder andere Art erleben. Doch dabei bleibt es nicht! Wir sind nicht dazu geschaffen in ihnen zu wohnen. Sie sind kein Ort für ein Zuhause. Wir sind geschaffen durchzugehen! Und dem nicht genug, nein, im Prozess sollen diese Täler, diese scheinbar niedrigen und dunklen Lebensabschnitte, zu Orten des Segens, der Kraft und des Lebens werden!

Das Interessante an der Sache ist, dass hier in Psalm 84 so ein Mensch letztendlich als „glücklich“ beschrieben wird. Um ein Tränental in einen Quellort zu verwandeln, braucht er gewisse Fähigkeiten: Meine Stärke ist in Gott und in meinem Herzen sind gebahnte (feste) Wege. Das Tränental tendiert dabei dazu, genau diese Qualitäten in uns hervorzubringen, wenn wir die Perspektive richtig haben: Nämlich jede Herausforderung als Chance zu sehen. So wird ein Tränental also eine Möglichkeit, um zu zeigen, was ich wirklich kann mit Gott. Es fordert mich heraus, also es zwingt mich herauszufinden, wer Gott ist und wer ich bin. Im Prozess lerne ich Gott vollkommen zu vertrauen, zu ruhen, zu glauben und mein Herz wird fester und klarer. Gleichzeitig transformiere ich diese Tränentäler und mittendrin merke ich auf einmal: Ich bin glücklich! Es schüchtert mich nicht ein, es raubt mir nicht den Frieden, nein, es ist eine Möglichkeit für Gottes Herrlichkeit und mehr zu lernen!

Dies mag sich merkwürdig anhören, ist aber letztendlich eine der herrlichsten Ermutigungen, die es gibt: Ich bin für sowas geschaffen! Warte mal Conrad, du meinst ich bin für Probleme geschaffen? Naja, vielleicht sollte ich es anders ausdrücken. Du und ich, wir sind geschaffen dafür Licht ins Dunkel zu bringen, Leben in den Tod, Freude in die Depression, Lösungen in die Probleme der Welt – eben Tränentäler in Quellorte zu verwandeln! Lass es mich nochmal sagen: Du bist dafür geschaffen! Etwas in dir will es und rennt nicht weg vor Problemen und Herausforderungen, sondern will sie besiegen! Die Bibel nennt es „mehr als Überwinder“ (vgl Römer 8, 37). Man kann nur ein Überwinder sein, wenn man was überwindet! Es ist so angelegt in dir. Je eher wir uns damit versöhnen, umso eher können wir erfüllt und glücklich werden und das sogar trotz oder gerade wegen Tränentälern!

Das höhere Ziel

Unsere Perspektive ist, wie in allen Dingen im Leben, das Wichtigste. Schaue ich in einem Tränental auf die Umstände und auf mich, kann ich schnell in Jammermodus verfallen. Selbstmitleid klopft an der Tür und will mit mir eine Party feiern. Öffne ich ihm, gesellen sich schnell Frust und Enttäuschung zu den Partygästen. Wenn ich weiterhin ihre Gemeinschaft wünsche, laden auch sie noch weiter Freunde zur Party ein. Diese haben dann Namen wie Verdammnis, Anklage, aber auch Bitterkeit, Bedrückung und Depression.

Doch schaue ich zu Jesus und kenne meine Bestimmung – nämlich Tränentäler zu Quellorten zu machen – dann ändert sich meine Perspektive und Hoffnung erfüllt mich. Statt einer Selbstmitleidsparty, die ja nun wirklich keine Partystimmung verbreitet, kommen glaubensvolle Erwartungen aus meinem Mund. „Danke Jesus, ich werde hier dran wachsen und es wird mir dienen und mehr dein Bild in mir mehr hervorbringen!“ „Danke Jesus, dass diese Situation sich zu deiner Ehre wandelt und die Frucht daraus gewaltig sein wird!“ So oder so ähnlich wird dann meine Erwartung sein.

Und glaub mir, ich rede hier nicht nur von kleinen Problemen. Ich rede von einem Frieden im Herzen, einer Gewissheit, einer Erwartung in Situationen, die wirklich nicht schön sind. Krankheit, Mangel, zerbrochene Beziehungen, schlechte Angewohnheiten, Süchte bei mir oder mir Nahestehenden, an die Welt verlorene Kinder, bis hin zu gesellschaftlichen Problemen, Ungerechtigkeiten und anderen Anfechtungen. Die Perspektive bestimmt das Resultat! Und die Perspektive eines Quellortes lässt kaum zu, dass Hoffnungslosigkeit Platz findet in mir. Nein, das Ziel ist genau diese Wüste in blühendes Land zu verwandeln. Und Gott will mich dabei gebrauchen!

Jeder von uns hat diese Bereiche, wo Gottes Verheißungen noch nicht in der Fülle sichtbar sind. Und manchmal gibt es da diese Bereiche, wo man alles richtig macht, tut was man kann, betet, proklamiert, Bibel liest, für sich beten lässt, Rat sucht, Hilfe sucht… und trotzdem kommt kein Durchbruch. Gerade dann ist das für dich, was ich hier schreibe. Ich verstehe dich und vielleicht schreibe ich es hauptsächlich für dich! Gib nicht auf, schau auf Jesus!

Ja, mittendrin stolpern wir vielleicht mal, vielleicht fallen wir auch mal, vielleicht feiern wir kurz mal eine „Party“ mit Niedergeschlagenheit und Selbstmitleid. Aber wir stehen wieder auf, kommen wieder hoch, fassen wieder Mut, denn der der in uns ist, ist größer als der, der in der Welt ist!

Hier ist ein Schlüssel, der mir hilft: Mein Glaubenskampf in herausfordernden Zeiten hat nicht nur mit mir zu tun. Nein, es geht um all die Menschen, die – wenn ich dran bleibe – danach durch mein Zeugnis ermutigt werden selber dran zu bleiben und so ihren Durchbruch als Erbe empfangen können! Was für eine Perspektive! Wenn das kein Segen ist, wenn das nicht Leben hervorbringt, wenn das nicht bedeutet von Kraft zu Kraft zu gehen! Denk mal drüber nach. Dein Durchbruch könnte der Durchbruch einer Generation werden! Dein Durchbrechen aus Depression in Freude, aus Krankheit in Gesundheit, aus Meckern und Murren in Danken und Anbeten, aus Schulden in Überfluss… kann ein Durchbruch für so viele in deinem Einflussbereich werden! Gib nicht auf, du kämpfst nicht nur für dich!

Lass uns das mal näher anschauen.

Vertrauen und Herz rein halten

In 1. Mose 37 bis 50 lesen wir die Geschichte von Josef. Josef wird aufgrund einiger Träume von Gott und der offensichtlichen Bevorzugung seines Vaters von seinen Brüdern beneidet. Das geht soweit, dass sie ihn verraten, fast umbringen und dann als Sklaven verkaufen. Doch auf Josefs Leben lag die Gunst Gottes, weshalb ihm in den Umständen alles gelang. Aufgepasst, in den Umständen gelang ihm alles. Die Umstände selber änderten sich erstmal nicht. Josef lebte heilig vor Gott und lässt sich daher nicht auf die Verführungen der Frau seines Herrn ein, die ihn daraufhin zu Unrecht anklagt. Das Resultat davon, dass Josef Gott vertraute und der Versuchung widerstand? Gefängnis. Halleluja. Ja genau, Josef landet im Gefängnis, weil er das Richtige getan hat… Sicher würden bei Vielen von uns hier die „Partys“ losgehen. „Was soll das Gott? Ich mache alles richtig und jetzt bin ich hier? Das ist ungerecht!“ „Herr du hast Freiheit versprochen und schau dir an wo ich bin! Was soll das?“ „Wo bist du Gott?!? Hast du mich verlassen? Liebst du mich denn nicht mehr?“

In so einer Situation reinen Herzens zu bleiben ist sicher nicht ganz einfach. Doch Josef wusste, dass dieses Tränental ein Quellort werden soll! Durch Gottes Gnade schien er es zu schaffen sein Herz von Bitterkeit, Frust, Anklage und Verdammnis frei zu halten. Irgendwie blieb er ermutigt und schaute zu Gott als seiner Quelle des Glücks. Selbst als er 2 Mitgefangenen half wieder in die Freiheit zu kommen und diese, statt ihm wie abgemacht zu helfen, ihn vergessen und er noch weiter im Gefängnis bleibt, bleibt er frei von Enttäuschung und Schuldzuweisungen. Obwohl im Gefängnis, scheint Josef nie in die Opferrolle zu fallen und alles um sich rum für seine schlechte Situation verantwortlich zu machen (Was ja für menschliche Weisheit logisch wäre in seiner Situation). Er glaubt Gott und dass Gott dieses Tränental in einen Quellort verwandeln kann. Ja, das kann und wird er – und in was für einen!

Gott lässt Josef selbst im Gefängnis Erfolg und Gunst haben. Und dann kommt sein Tag und er wird durch seine Gabe Träume zu interpretieren frei. Doch nicht nur das, er wird zum Vertrauten des Pharaos und sozusagen mit der Verwaltung des ganzen Landes Ägypten betraut! Durch seine gottgegebene Weisheit bereitet er das Land auf die Hungersnot vor, die Gott im Traum des Pharaos, den Josef gedeutet hatte, angekündigt hatte.

Und hier passiert jetzt das Erstaunliche. Seine Brüder kommen zu ihm, um Getreide zu kaufen, da die Hungersnot an ihrem Wohnort heftig ist. Jakob ist Josefs Vater. Er wird in „Israel“ umbenannt und gilt als der Stammvater des Volkes Israel. Zu diesem Zeitpunkt war das Volk schon groß! Die Hungersnot hätte Israel weggerafft. Nun überleg mal: Wäre Josef nicht in Ägypten eingesetzt worden, hätte er nicht durchgehalten, hätte er seine Perspektive Tränentäler in Quellorte zu verwandeln nicht behalten, hätte das Volk Israel zugrunde gehen können! Doch was der Teufel zum Bösen plant, wendet Gott zum Guten! Und so bekommt eine scheinbare Tränentalgeschichte eine fast unglaubliche Wendung. Gott nutzte alles in Josefs Leben als eine Vorbereitung auf eine riesige Bestimmung: Nämlich das ganze Volk Israel vor der Hungersnot zu retten! Wow!

Es geht nie um uns alleine! Es gibt ein höheres Ziel! Vertrauen lernen und unser Herz dabei sauber zu halten (unsere Stärke in Gott und im Herzen gebahnte Wege), auch wenn wir nicht verstehen, ist was wir lernen dürfen. Wer weiß, was Gott vor hat? Schau auf deine Prophetien, auf deine Träume, sie geben dir einen Hinweis auf das was noch kommt und dass Gott nicht fertig ist mir dir.

Perlen

Perlen sind sehr wertvoll und schön. Es ist interessant, dass die Tore zum neuen Jerusalem Perlen sind (vgl Offenbarung 21, 21). Doch wie Perlen entstehen wissen die wenigsten. Perlen findet man in Muscheln. Aber wie sind sie dahin gekommen? Eine Muschel besteht innen aus Perlmutt. Kommt es zu Irritationen oder Verletzungen durch Fremdkörper wie z.B. Parasiten oder Sand, umschließt die Muschel den Fremdkörper mit Perlmutt – eine Perle entsteht. Dies kann Monate bis Jahre dauern. Doch spiegelt es ein weiteres Mal unser hier beschriebenes Prinzip: Tränentäler werden Quellorte! Perlen gelten weltweit als sehr wertvoll und sind Zeichen für Schönheit und Anmut. Doch sie entstanden aus einer Irritation!

Gott ist ein Meister darin, aus Asche Schönheit zu machen! Er ist der Meister der Wiederherstellung! Unser Vater im Himmel kann die kaputteste Persönlichkeit nehmen und daraus ein Aushängeschild an Glück, Ganzheit und Gesundheit machen. Er kann nicht nur, Er will! Es ist quasi einer Seiner Hauptbeschäftigungen. Ängstliche macht Er mutig, Abhängige frei, Schuldner führt Er in Überfluss, Beziehungsunfähigen schenkt er die wunderbarsten Freundschaften, Schuldigen vergibt Er…

Was ist deine Irritation, dein Tränental? Gott will einen Ort des Segens und der Kraft draus machen! Lass dich ermutigen. Du wurdest dafür geboren!

Ich denke wir sollten unsere Chancen nutzen, um Schicht um Schicht unseres Perlmutts um unsere Tränentäler zu legen. Wir sollten bedenken, dass wir Gott im Himmel nie wieder in Schwierigkeiten anbeten können! Im Himmel gibt es keine Tränentäler mehr! Diese Ehre ist uns hier auf Erden vorbehalten. Nur hier können wir genau dann, wenn wir nicht verstehen, wenn es schmerzt, wenn sich alles in uns zusammenzieht unsere Hände erheben und sagen: „Jesus du bist würdig aller Anbetung! Immer! Du bist gut und ich vertraue dir! Alles ist in deinen Händen! Hier ist mein Leben! Ich verstehe nicht, aber meine Augen sind auf dich gerichtet und mit dir mache ich aus diesem Tränental einen Quellort, wo die Ströme lebendigen Wassers fließen! Und was der Teufel zum Bösen geplant hat, wendest du zum Guten! Ich preise dich!“

Doch das ist ja nicht alles. Anbetung ist mehr als Hände heben und die richtigen Sachen sagen (oder singen). Anbetung ist unser Leben! Anbeten heißt Christusähnlichkeit. Nutze deine Chance! Liebe, wenn du keine Liebe zurück erhältst. Gib, wenn du es nicht zurück haben kannst. Segne die, die schlecht über dich reden. Vergib denen, die dich schlecht behandelt haben… das ist Anbetung und im Himmel nicht mehr möglich! Und jedesmal kommt eine neue Schicht Perlmutt drauf, ein neuer Segensstrom bricht im Tal der Tränen durch! Und plötzlich bist du durch, denn denk dran, die Tränentäler sind zum Durchgehen, nicht zum Wohnen! Und dann bist du stärker, klarer, fester als jemals zuvor. Niemand kann dir mehr wegnehmen, was im Feuer geläutert wurde. Es ist dein Leben geworden.

Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet, indem ihr erkennt, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt. Jakobus 1, 2-4

Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi; den ihr liebt, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an den ihr glaubt, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, über den ihr mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude jubelt; 1. Petrus 1, 6- 8

Tränentäler können Gründe für Freude werden, wenn unsere Perspektive stimmt! Jakobus ermutigt uns, Versuchungen für Freude zu halten! Was gibt es da noch für Gründe, sich nicht zu freuen? Das Resultat ist ein gelebter Überfluss: Vollkommen, vollendet und in nichts Mangel! Es ist nicht mehr nur eine Theologie oder ein Bekenntnis. Nein, es wurde jetzt, durch das Anwenden im Tränental zur Substanz. Das Wort wurde wieder Fleisch.

Petrus fordert uns auf darin zu jubeln und nennt gleich den Grund der Freude und des Jubels: Jesus! Unaussprechliche, verherrlichte Freude und Jubel mitten im Tränental! Wow! „Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. Sie gehen von Kraft zu Kraft.“ (Psalm 84, 6- 8)

Wir müssen eins wissen. Genau dann, wenn der Feind seine dicksten Angriffe fährt, wir manchmal nicht mehr weiter wissen, oder einfach durch Heilungsprozesse gehen oder Schwierige Erfahrungen verarbeiten, genau dann deckt Gott einen Tisch mit allerlei Kostbarkeiten zum Genuss. Es scheint, als ob diese Kostbarkeiten erst im Kontrast ihren wahren Wert offenbaren. Sie sind köstlich und wunderbar!

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Psalm 23, 5

Das Wichtigste zum Schluss. Wir sollten uns noch eine Sache anschauen, damit wir siegreich durch Tränentäler gehen können und sie in Quellorte verwandeln können.

Dein Motiv: Die Liebe Gottes

Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. Römer 8, 37

Wer kennt ihn nicht, diesen Vers? Und recht so! Sehr ermutigend und kraftvoll ermutigt er uns dran zu bleiben, da wir Sieger sind.

Der Zusammenhang allerdings ist heftig. Paulus beschreibt Leiden und Herausforderungen (Tränentäler) um des Evangeliums willen. Unmittelbar vor unserem Vers 37 hier schreibt er das: „Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?“ (Vers 35) „In diesem allen“ beschreibt genau das. Paulus erleidet ein paar heftige Situationen, aber „in diesem allen“ ist er mehr als ein Überwinder.

Doch was ist die treibende Kraft für sein Überwinden? Richtig, „durch den, der uns geliebt hat.“ Und lieber Leser, dies ist die wichtigste Aussage überhaupt und bewahrt uns vor einem Haufen Irrwegen, wenn wir das ergreifen können.

Paulus hat all diese Herausforderungen. Doch stellt er die Liebe Gottes dabei nie in Frage!! Heutzutage bewerten wir die Liebe Gottes oft anhand der Situationen um uns rum. Haben wir Geld? Haben wir gute Beziehungen? Haben wir ein Haus? Läuft alles? Verstehen wir alles? Gibt es Gerechtigkeit? Wir tendieren dazu anhand der Umstände Gottes Liebe zu bewerten. Bröckeln diese Dinge, sind sie nicht da oder angegriffen, gibt es schnell folgende Reaktion: „Gott, liebst du mich noch?“ oder aber „Habe ich etwas falsch gemacht? (Verdammnis)“ bis hin zu „Gibt es dich überhaupt, Gott?!?“. Dies, lieber Leser, und ich sage es mit Absicht sehr deutlich, ist total unreif und kindisch (kindlich wäre gut, kindisch ist nicht gut). Wenn Paulus die Liebe Gottes von seinen Umständen abhängig gemacht hätte, dann hätte Gott ihn tatsächlich verlassen. Paulus hätte alles Recht gehabt Gott anzuklagen oder gar abzuschwören. Aber stattdessen war für Paulus die Liebe Gottes die Grundlage, um die Herausforderungen zu überwinden!!

Ich muss das noch mal klar stellen. Gottes Liebe ist am Kreuz bewiesen worden. Mehr geht nicht. Die Offenbarung dieser Liebe wird für uns die Grundlage, um in schwierigen Umständen zu überwinden, nicht um anhand der Umstände Gottes Liebe zu definieren. Deine äußeren Umstände sagen erstmal gar nichts über Gottes Charakter aus.

Im gleichen Atemzug sagt Paulus das: „Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer ist gegen uns?“ (Römer 8, 31) „Paulus!!! Du erleidest all das, aber sagst, Gott ist für dich? Ist es nicht offensichtlich, dass Gott nicht für dich ist?“ Falsch rum! Gott sendet uns total geliebt und voll auf unserer Seite in das Chaos dieser Welt, um die Werke des Teufels zu vernichten und Sein Reich durch uns aufzurichten. Es ist eine Kollision! Er möchte Tränentäler in Quellorte verwandeln. Durch dich und mich! Dafür sind wir bestimmt worden! Es ist was wir tief in uns wollen!

Der Feind hat es rumgedreht. „Wenn dein Konto voll ist, du keine Probleme hast und auch sonst alles stimmt, dann ist das ein Beweis für Gottes Segen auf dir. Und weil du das nicht hast, segnet Gott dich wohl nicht. Ja, er liebt dich gar nicht! Tsssss, tssss (Schlangengeräusch), was denkst du überhaupt, wer du bist? Machst nur Fehler und schau deine Umstände an! Du bist ein Versager und Gott ist nicht auf deiner Seite!“ So oder ähnlich gehen die Lügen, die der „Durcheinanderbringer“ Satan in dein Kopf pflanzen will.

Doch wenn es fest in unserem Inneren unerschütterlich verankert ist: „Gott liebt mich!!! Gott ist für mich!!!! Er ist mein Papa und will das Beste für mich!!!!“ Dann wird das zur Quelle meiner Motivation, genau diese Lügen, Anfechtungen und Versuchungen zu überwinden und Tränentäler in Quellorte zu verwandeln. Und dann können wir mit Paulus mitten im Sturm, mitten in den Tränentälern folgendes sagen:

Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns wird scheiden können von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. Römer 8, 38- 39

Verdrehe es nicht! Mach Gottes Liebe nicht von Umständen abhängig (so sehr Er uns auch äußerlich segnet und auch segnen will!!!), sondern vom Kreuz, wo Er für dich blutete.  Was soll das Kreuz anders bedeuten, als dass Gott dich liebt? Was kann es anders heißen, dass Er das für dich tat, bevor du auch nur einen Finger für Ihn gerührt hast, ja bevor es dich überhaupt gab, als bedingungslose Liebe für dich? Und wenn das klar wird, wirst du Kraft finden die Umstände zu überwinden und sehen, wie Schönheit daraus entsteht.

Der größte Quellort

Das größte Tränental und konsequenterweise also der größte Quellort, das bist du selbst.

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind. Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Römer 8, 28- 29

Diesen Text schreibt Paulus in den Zusammenhang des oben gesagten. Es fließt alles zusammen. Die Liebe Gottes lässt uns einen größeren Sinn erkennen, nämlich das Schaffen von Quellorten durch Überwinden von negativen Umständen in der Kraft der Liebe Gottes. Unser Auftrag ist zu lieben, in dem wir erkennen, dass Er uns zuerst geliebt hat. In der Erkenntnis Seiner Liebe für uns liegt die Fähigkeit selber zu lieben. Es kommt von Ihm! Das ist ein absolutes Ausrufezeichen! Wir können nicht lieben wie Er, ohne Seine Liebe für uns zu empfangen. „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Joh 4, 19) Doch worüber selten nachgedacht wird ist, dass unsere Liebe zu Gott ja auch so sein soll wie Seine zu uns, da wir lieben wie Er. Das heißt? Das heißt, dass wir auch Ihn bedingungslos lieben. Was das bedeutet? Eigentlich nicht viel mehr als das: Ich bleibe dran, auch wenn ich nicht verstehe. Ich vertraue Ihm, auch wenn ich nicht fühle. Ich schaue zu Ihm, auch wenn um mich rum alles zu zerbrechen scheint. Ich klammere mich an Ihn und bekenne, dass Er gut ist, auch wenn ich nicht bekommen habe, was ich wollte.

Wir alle sagen Vers 28 gerne: „Alles muss uns zum Besten dienen!“ Doch es ist nur der halbe Vers (und auch keine Ausrede für ein passives Leben oder das Hinnehmen jeder Situation, als ob jede Situation von Gott ausgehen würde…): „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken.“ Wem wirken alle Dinge zum Guten mit? Allen? Leider nein, sondern denen, die Gott lieben. Was will ich sagen? Ganz einfach, nämlich das, was ich den ganzen Artikel immer wieder sage: Halte ich meinen Blick im Tränental auf Ihn gerichtet (liebe Gott bedingungslos auch wenn ich nicht verstehe), vermeide somit Anstoß, Frust, Bitterkeit und andere Herzensverhärter, wird jede Situation, egal wie sie aussieht, mir für einen bestimmten Zweck dienen: Ich werde mehr wie Jesus! Und dies ist die grundsätzliche Berufung eines jeden Menschen.

Du bist der größte Quellort! Dich hat Gott ausgesucht als du ein Tränental warst und dich unendlich geliebt bis in den Tod, damit du Sein Leben empfangen kannst und zu einem Quellort wirst. Nicht nur für dich, sondern für all die Menschen, die Gott in dein Leben schickt! Dafür wurdest du geboren! Du wurdest geboren, um das Reich Gottes auf dieser gefallenen Welt auszubreiten – aus einem Tränental einen Quellort zu machen. Also lerne den Prozess zu genießen, denn es liegt Glück, Segen und Kraft darin.

 Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. Sie gehen von Kraft zu Kraft. Psalm 84, 6- 8

– Conrad Gille