Frei vom Druck des Glaubens! (Conrad Max Gille)

Frei vom Druck des Glaubens! (Conrad Max Gille)

„Zu glauben“ setzt immer wieder Menschen unter Druck. Sie versuchen mehr zu glauben, denn sie hören und lesen davon, dass man Gott nicht gefallen kann ohne Glauben. Oder das man für alles im Reich Gottes Glauben braucht. Oder bestimmte Dinge nicht passiert sind, weil man nicht genug geglaubt hat. Oder Prediger immer wieder wiederholen, dass man glauben muss.

Glaube ist tatsächlich die Brücke zu allem, was mit Gott zu tun hat, oder aus Gott kommt. Dennoch ist Glaube eine Sache nicht: Ein Werk, mit dem ich Gott bezahle, um was von Ihm zu bekommen! Uns rettet nicht unser Glauben, sondern uns rettet Sein Werk am Kreuz, auf das wir dann vertrauen, wenn wir es erkennen. Glaube als menschliches Werk bringt das ganze Gegenteil von dem, was unser herrlicher Papa sich dabei gedacht hat, nämlich Druck. Dieser Glaubensdruck zerstört die liebevolle Beziehung, aus der Glauben eigentlich fließt. Druck nimmt die Freude, Druck nimmt kindlichen Glauben, Druck zerstört eigentlich echten Glauben, statt ihn zu fördern.

Glaube soll aus einer Beziehung mit Dem fließen, der sich das Ganze ausgedacht hat. Glaube ist zuallererst Vertrauen. Vertrauen auf das, was Gott als wahr erklärt hat. Noch mehr ist es das Vertrauen in Gott Selbst, welcher gut ist. Es ist ein Ruhen in Seinen Verheißungen, frei von Druck, Stress und eigenen Werken.

Denn in Christus Jesus hat weder Beschneidung noch Unbeschnittensein irgendeine Kraft, sondern der durch Liebe wirksame Glaube. Galater 5, 6 (ELB)

„In Christus“, also in unserer neuen Identität und Ausrüstung, zählen keine äußeren Anstrengungen mehr, um Glauben zu bekommen. Nein, es fließt aus einer Liebesbeziehung. Unser Level an reinem Glauben ist in direkter Verbindung zu der Offenbarung Seiner Liebe für uns. Je mehr ich erkennen, wie sehr ich geliebt bin, um so leichter fällt mir bedingungsloses Vertrauen. Ich muss nicht alles hinterfragen, mich absichern, doch noch selber die Kontrolle behalten. Nein, ich kann loslassen, mich fallen lassen, ich kann meine eigene Kraft aufgeben und völlig meinem Vater im Himmel vertrauen, selbst dann, wenn es hart ist und ich es überhautp nicht verstehe, was passiert. Glaube ist die natürliche Reaktion auf Seine vollkommene Liebe!

Wir sehen also, dass Glaubensdruck auf keinen Fall Gottes Weg zu glauben ist! „Du musst mehr glauben“ ist keine funktionierende Formel. „Bete für Erfahrungen und Erkenntnis von Gottes Liebe für dich.“ ginge schon eher.

Druck mit Glauben verwechseln

„Glaube hat Werke! Du musst deinem Glauben Werke geben!“ Da haben wir wieder so eine Aussage, die nicht Beziehung fördert, sondern Leistung fordert. Ja, Glaube hat Werke! Das ist glasklar in der Schrift verankert. Aber genau das ist ja auch der Punkt. Glaube hat Werke. Genau. Und Glaube ohne Werke ist tot. Genau. Das bedeutet letztendlich, dass ich Werke automatisch dabei habe, wenn ich glaube. Ich füge sie dem Glauben nicht hinzu, sie gehören zu echtem Glauben automatisch dazu! Es ist eine Packung, nicht zwei! Wenn ich es glaube, handele ich danach. Wenn ich nicht danach handele, glaube ich auch nicht. Egal was ich sage.

Ich kenne eine Person, die über lange Zeit Glaubensdruck mit Glauben verwechselt hat. Sie dachte immer „Ich muss glauben“ und hat sich zu Dingen gezwungen (ihr Verständnis von Glauben und wie es Gott von uns fordert). In ihrem Fall ging es um Lobpreisleitung und das, obwohl sie kaputt, schwach, und am Ende dazu noch hochschwanger war. Statt zu ruhen, sich zu entspannen (Was manchmal der höchste Beweis für echten Glauben sein kann!), Gott zu vertrauen, dass Er schon sein Reich baut, auch wenn man eine Zeit nicht öffentlich dabei ist, pushte sie sich immer wieder und nannte das Ganze „Glauben“. Was sie und andere um sie rum nicht realisierten war, dass es kein Glaube war, sondern Glaubensdruck. Es war nicht aus Liebe und Hingabe, sondern aus Erwartungsdruck Gott und Menschen gegenüber. Sie dachte, dass es Gott so erwartet. „Du musst Glauben haben!“ „Du darfst keine Pause machen!“ „Wenn es hart ist, Glaube und mach weiter!“ …

Von außen sehen solche Menschen oft bewundernswert aus. In unsere Leistungsgesellschaft bringt Leistung eben Bewunderung (Wir könnten hier auch Identität sagen, auch wenn es eine falsche Identität ist.). Doch unsere westliche Gesellschaft ist auch so voll mit ausgebrannten Leuten, die unter Zusammenbrüchen und mentalen Schwierigkeiten leiden, wie wohl keine andere Generation! Es ist ja fast schon Mode auszubrennen, zusammenzubrechen, wegen solchen Dingen zum Psychiater zu gehen usw. und das auch unter Christen, welche eigentlich mit den Verheißungen des Friedens, Sorglosigkeit, Freude und tiefem Vertrauen leben dürfen. Und so ging es auch dieser gesalbten Lobpreisleiterin: Zusammenbruch.

Glaubensdruck pusht dich, ohne dich zu befähigen. Göttliche Glaube wirbt um dich, zieht dich und befähigt dich, es zu tun! Da liegt der Unterschied.

Glaubensdruck ist von Furcht motiviert. Man handelt, weil man Angst vor negativen Folgen hat, wenn man nicht handeln würde. Echter Glaube mag sich auch mal fürchten, aber spürt innerlich Befähigung und überwindet so die Furcht.

Ich erkläre das noch mal anders. Manche wollen nicht zum Arzt, wenn sie krank sind. Die einen aus Glauben, die anderen aus Furcht, aber beide nennen es Glauben. Lass es mich mal so ausdrücken: Entweder du hast Glauben (muss nicht viel sein; Senfkorngröße reicht), oder du hast ihn nicht! Aus meinem Leben weiß ich, dass ich oft einfach keinen Lust hatte zum Arzt zu gehen. Aber das ist kein Glauben, das ist keine Lust haben. Wenn du keinen Glauben für deine Heilung hast, dann geh zum Arzt! Lass die Verdammnis gehen, du bist nicht weniger geistlich, wenn du es tust. Suche Gott zuerst, bete für die Ärzte, erwarte Heilung letztendlich immer von Gott. Aber wenn du Glauben hast, dann hast du ihn. Und du wirst früher oder später die Manifestation dessen sehen, was du geglaubt hast. Ich will hier nicht echten Glauben ausreden, im Gegenteil! Ich will einen Unterschied rausstellen zwischen Druck und Glauben und wie wir mehr in echten, fröhlichen, kraftvollen Glauben eintauchen können und den ekligen Druck, der uns zerstört, ablegen dabei.

Du bemerkst Glauben in deinem Herzen, in deinem Geist. Er wird von einem Gespür von Frieden begleitet. Um dich rum kann es Stürmen, die Umstände können furchtbar aussehen, dein nächster Schritt dumm, unweise, ja gefährlich aussehen, aber tief in deinem Herzen ist Friede. Du kannst Jesus in die Augen schauen, dann auf deinen nächsten Schritt sehen und du spürst innerliche Gewissheit, Frieden, Glauben. Frieden ist die Frucht des Glaubens und eine der lautesten Arten, wie Gott redet!

Du siehst also, dass das, was wir oft unter Glauben verstehen, eigentlich ein Versuch aus eigener Kraft ist, um was von Gott zu bekommen. Das ist ziemlich schlecht, dann man macht sich eins mit dem Sklaventreiber, der dann sein Joch leichter anbringen kann.

Glauben ist ein Geschenk, welches aus Beziehung fließt! Du sagst du brauchst mehr Glauben? Schau Jesus an!

Glaube in Christus

… da wir von eurem Glauben in Christus Jesus gehört haben und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt, Kolosser 1, 4 (ELB)

… denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus. Galater 3, 26 (ELB)

Habt ihr das kleine Wort „in“ bemerkt? Das findet der aufmerksame Leser öfters beim Lesen der Schrift. Manchmal ist es auch jeweils „in“ oder „an“ übersetzbar. Wir glauben nicht nur „an Jesus“, wir glauben „in Jesus“! Wir sind eins mit Ihm gemacht durch das Werk vom Kreuz. Wir sind in Ihm, Teil Seines Leibes. Also haben wir auch Anteil an Seiner Fähigkeit zu glauben. Gott kann glauben? Klar! Gott sah es, sprach es und es geschah. Um es zu sehen, bevor es sichtbar war, musste Er glauben. Glaube sieht. Glaube sieht, was die physischen Augen noch nicht sehen, mit dem Ziel es sichtbar zu machen (siehe Hebräer 11, 1).

Und Jesus antwortete und spricht zu ihnen: Habt Glauben an Gott!(Markus 11, 22). Wie es laut der Elberfelder Fußnote auch zu übersetzen wäre:

Und Jesus antwortete und spricht zu ihnen: Habt Gottes Glauben!

Anders: In der Liebesbeziehung mit unserem herrlichen König, Gott und Freund, wächst Seine Fähigkeit zu Glauben in uns. Wir nehmen von Seinem Glauben und versuchen nicht, Glauben zu generieren. Du willst Glauben? Schau Jesus an! Da findest du Ihn! Dort wächst er, während du dein Ohr an Seine Brust legst und Seine Worte hörst (Römer 10, 17). Es ist ohne Anstrengung, ohne Krampf, ohne Forderung, ohne Druck! Es ist Liebe!

Ich will dir sagen, dass Gott dir keine Vorwürfe über deinen „Kleinglauben“ macht! Ja, es scheint so Passagen in der Schrift zu geben, aber wir müssen es im Gesamtkontext betrachten. Und der Gesamtkontext ist immer Gnade. Gnade ist Befähigung! Letztendlich ist es Gottes Idee mit dem Glauben, daher stellt Er auch die Fähigkeit dazu zur Verfügung – wenn wir auf Ihn schauen als Quelle dieses Glaubens.

… indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens…Hebräer 12, 2 (ELB)

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Jesus hat es begonnen mit dem Glauben. Eigentlich ja auch klar, Er ist Alpha und Omega… Aber wenn Er es begonnen hat, dann will Er es auch vollenden! Er hat dich befähigt! Er hat in dir die Fähigkeit angelegt, anzufangen zu Glauben. Man konnte auch sagen, Er hat dir die Gnade gegeben. Er hat in dir auch die Fähigkeit angelegt, bis zum Schluss zu glauben. Wie? „Indem wir hinschauen auf Jesus!“

Glaubensdruck presst dich vorwärts, schiebt und drückt mit schlechtem Gewissen, religiösen Ansprüchen, scheinheiligen Versprechungen, egoistischen Motiven, fordert Leistung und saugt dabei deine kindliche Freude an Gott aus, beraubt dich echter Kraft, belastet deinen Körper und bringt am Ende kaum Frucht, jedenfalls nicht die des Geistes. Druck zu glauben ist tatsächlich ungesund und kann dich richtig fertig machen. Und wenn er das nicht schafft, dann macht er dich zu einem verärgerten, harten, frustrierten, zynischen, fordernden, gnadenlosen Christen. Manchen würden es gut tun, ein paar Dinge, die sie verkrampft, kaputt, ohne Freude und Leben im “Namen des Glaubens” tun, einfach zu lassen, auf Papas Schoß klettern und einfach nichtstuend Seine Liebe und Heilung genießen!

Glaube wirbt um dich: „Vertrau mir. Wage es. Ich bin mit dir. Ich verlasse dich nicht, ich helfe dir. Du brauchst dich nicht fürchten, ich gehe mit dir. Ich trage dich, befähige dich, kämpfe für dich. Komm aufs Wasser. Selbst wenn du untergehst, hole ich dich raus und feiere deinen Versuch, denn es war kein Versagen, sondern ein Schritt im Vertrauen auf mich! Ich feiere dein Herz, nicht deinen sogenannten Erfolg!”

Echter Glaube befähigt dich das zu tun, wofür Er dir Vision gibt. Es kommt aus Gott. Es ist ein Geschenk der Gnade, eine Kraft aus Beziehung mit dem Liebhaber deiner Seele.

Du willst Glauben? Sieh Jesus an und sei frei von jedem Druck! Lebe geliebt!

Gebetsidee:

„Vater, es tut mir leid, dass ich das Joch des Sklaventreibers verwechselt habe mit deinem wunderbaren Glauben. Ich wusste es nicht besser. Danke für Freiheit davon! Ich trenne mich von dem Glauben, dass Du mich unter Druck setzt, damit ich wirklich glauben kann! Danke, dass die Salbung jetzt das Joch des Sklaventreibers bricht und ich nehme Dein Joch auf, welches sanft und leicht ist. Fülle mich mit der Leichtigkeit des Glaubens! Ich vertraue dir! Ich lasse los! Du bist so gut, Papa! Zeige mir mehr von deiner Liebe, damit ich Dir noch mehr vertrauen kann. Ich schaue auf Dich!“