Wenn geistliche Leiter fallen

Wenn geistliche Leiter fallen

Wenn geistliche Leiter fallen

Es ist wieder passiert. Heute bekam ich die Nachricht, dass ein von mir sehr geschätzter und einflussreicher Leiter im Leib Christi „gefallen“ ist. Was meinen wir überhaupt damit? Wir meinen, dass diese Person die Werte, die uns Jesus durch sein Wort vermittelt, und welche die Person selber vermittelt hat, nicht mehr lebt. Dinge wie sexuelle Unreinheit, verheiratet sein und mit anderen Partnern schlafen, Missbrauch, unterschlagene Gelder, Machtmissbrauch, Lügen, Betrug… usw. 

Wie geht man damit um? Wichtige Frage. Denn so etwas ist ohne Frage von großer Bedeutung. Gott setzt Leiter ein, Leiter haben Einfluss und das soll so sein. Fallen sie, ist das in dem Moment ein negativer Einfluss, mit dem man umgehen lernen muss. Denn es passiert und es ist unwahrscheinlich, dass es nicht wieder bei jemanden anderen passieren wird. 

Zuerst:

Nicht richten. Normalerweise wissen wir nicht, warum es passiert ist. Besonders, wenn wir vielleicht mit bestimmten Dingen oder Lehren so eines Leiters nicht einverstanden waren, kommt schnell die „Ich wusste es“ und „Ich hab’s ja gesagt“ Festlegung. Besonders, wenn so ein Leiter theologische Feinde hatte (andere Christen, die meinen die gefallene Person vertritt Irrlehren), ist das natürlich ein gefundenes Fressen, um ein Beweis für die falsche Lehre und die Richtigkeit der eigenen deutlich zu machen. Das ist schade und eine klare Fehlrepräsentation von Gottes Herz in so einer Situation. Jemand sagte mal, dass das Christentum die einzige Gruppe von Leuten ist, die bei ihren Verwundeten noch nach tritt, statt ihnen zu helfen…

Es kann möglich sein, dass es auch an einer falschen Lehre lag, oder eben auch nicht. Wir wissen es einfach nicht! Zuallererst sollte Mitgefühl und Erbarmen uns greifen. Da ist jemand gefallen und tut sich und vielen anderen weh! Das ist keine Möglichkeit selbstgerecht den Finger zu zeigen, sondern demütig in die Fürbitte für diese Person zu gehen. Nicht richten, beten! 

Jesus sagt: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.“ (Matthäus 7, 1- 2) Zu schnelle anmaßende Schlussfolgerungen sind tatsächlich sogar gefährlich. Sie sind meistens selbstgerecht („Ich krieg das hin, warum er/sie nicht?“ „Ich wusste das das passieren würde!“ „Ich hab’s doch gesagt!“ … ) und damit im Kern gesetzlich. Und was bedeute das? Es bedeutet, dass die Gnade – als befähigende Kraft Gottes – weicht. Gesetz und Gnade können nicht koexistieren. Die Gefahr besteht also, dass ich jemanden innerlich richte und damit die Befähigung in diesem Bereich selber verliere. Ich schaue verachtend und selbstgerecht auf den Ehebruch und plötzlich fällt es mir selber schwer treu zu bleiben. 

Dabei ist in keinem Wort gesagt, dass das Fehlverhalten des gefallen Leiters richtig war! Es ist keine Legitimierung für Sünde! Ich darf auch falsche Dinge als falsch bezeichnen. Ja ich muss sogar! Doch darf ich nie nie nie nie nie vergessen, dass mein eigenes Feststehen Gnade ist und nur durch die Gnade funktioniert! 

„Daher, wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle.“  (1. Korinther 10 Vers 12) Soll ich die ganze Zeit Angst haben, dass ich vielleicht auch falle? Nein!! Bloß nicht! Völlig falscher Fokus! Aber! Ich muss immer tief in meinem Herzen wissen, dass ich nur durch die Gnade und im Vertrauen auf die Gnade stehe! Das bedeutet, dass die Kapazität zu fallen leider auch bei mir vorhanden ist. Es soll mir nicht passieren, ich will es nicht, aber ich bin nicht völlig immun dagegen. Allein das wird zu mehr Mitgefühl (nicht Verständnis im Sinne von Bestätigung des Fehlverhaltens!) und einem Herzen der Liebe und Wiederherstellung führen. Wer Gnade versteht, gibt Gnade. 

Wir beten also zuerst und hauptsächlich für die Wiederherstellung der Person, die gefallen ist (Um des Verständnisses willen: Wir sprechen hier über Personen, meist öffentliche Leiter, zu denen wir keinen persönlichen Kontakt haben. Freundschaft und persönlicher Kontakt zu solchen Personen ist noch mal ein anderes Thema).

Ist die Botschaft schuld?

Fakt ist auch, dass eine Person öffentlich das Richtige lehren kann und trotzdem fallen kann. Das Versagen disqualifiziert erstmal nicht, wofür der Leiter stand! Wie gesagt, es kann damit zusammen hängen, aber es muss nicht! Wir werfen oft alles gleich auf einen Haufen und haben diese Angewohnheit, jetzt, da der Leiter gefallen ist, alles zu verwerfen, was er gelehrt hat. Das müssen wir nicht und das bedeutet es auch nicht! Auf die Distanz kann man ja noch nicht mal sagen, ob die Person wirklich lebt, was sie lehrt. Und allein da haben wir schon ein Problem. Man kann das Richtige lehren, aber mit dem Leben des Richtigen hinken wir hinterher. Nicht richtig, aber möglich.

Die Bibel ist voll mit Menschen, die dicke Fehler gemacht haben. Ist deswegen wertlos, was sie vermittelt haben? Schmeißen wir Salomon aus der Bibel, weil er am Ende seines Lebens versagt hat? Oder was ist mit König David? Petrus? „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit das Übermaß der Kraft von Gott sei und nicht aus uns.“ (2. Korinther 4, 7) Gott nutzt unsere zu Ihm gebrachte Schwäche, damit Seine Stärke dadurch fließt. Wir leben durch Gnade, durch Seine Befähigung. Nirgendwo steht, dass Er nur fehlerfreie Menschen nutzt, die alles gecheckt und alles richtig machen. Nein, wir alle lernen auf dem Weg und haben unseren Fehleranteil, aber lernen hoffentlich durch Demut und Glaube und wachsen in Christusähnlichkeit. Ich meine schau Dir Jesus Seine 12 Apostel an. Alle hatten einen Schaden! Gewalttätig, unsicher, größenwahnsinnig, ängstlich, impulsiv, ungläubig, neidisch, charakterschwach… Einer war sogar ein Verräter… und der hatte die Kasse (kein Stress, „Jesus-Logik“ ist auch für mich noch oft zu hoch, haha). Petrus verleugnete Jesus drei mal und fluchte dabei… und wenn Du jetzt sagst, dass das alles nach dem Kommen des Heiligen Geistes völlig anders war… dann würde ich gerne zustimmen und sicher ging einiges mehr als vorher, aber dann frage ich mich, warum Petrus in Galater 2 Verse 11- 14 auf extremste Art heuchelt und voller Menschenfurcht Anerkennung sucht? Sollen wir jetzt die Petrusbriefe rausschmeißen (bei einigen Passagen hätte ich nichts dagegen ;)? Gaben, Kraft, Salbung, Fähigkeiten… alles keine Garantien für gesunden Charakter. Leider. Leider kommt Reife nicht durch Handauflegen…

Gott sieht mehr in uns, als wir oft sehen. Er glaubt an uns, mehr als wir es glauben. Er benutzt uns, mehr als wir es verdient hätten. Er spricht durch uns, obwohl wir es nicht gelernt haben. Er ist Gnade. Er ist ein liebender Vater. Er ist der Gott aller Hoffnung. Er gebraucht uns nicht wegen unserer Theologie, sondern trotz unserer Theologie. Wir alle machen vieles richtig und vieles falsch. Wir sind auf einem Weg. Doch unsere heutigen und vergangenen Fehler müssen nicht unsere Zukunft bestimmen. Umkehr und Wiederherstellung ist immer möglich! 

Also müssen wir nicht direkt die ganze Lehre wegschmeißen, weil jemand versagt hat. Wir dürfen lernen, reifen, wachsen und wie Bill Johnson sagt: „Das Fleisch essen und die Knochen weg werfen“.

Zerstört es meinen Glauben?

Es ist verständlich, dass es Menschen unsicher macht, wenn Leiter, zu denen sie hochgeschaut und von denen sie gelernt haben, fallen. Doch gleichzeitig sollte das wenn überhaupt nur eine kurze Zeit der Verunsicherung sein, die letztendlich in mehr Tiefe und noch mehr Stärke führt. Wegen dem Fall eines geschätzten Leiters selber fallen offenbart tatsächlich ein sehr unreifes Glaubenslevel (auf dem wir aber leider nunmal alle irgendwann mal waren). Die Sünde um uns rum muss nicht zur Sünde durch uns führen. 

Wenn unser Glaube auf dem Glaube eines Leiters gebaut ist, wird unser Glaube fallen, wenn der Leiter fällt. Leiter sind dazu da uns zu inspirieren, anzufeuern, ihre Gaben einzusetzen, damit wir wachsen und stark und letztendlich auf gesunde Weise unabhängig werden und andere lehren. Sie sind nicht dazu da, um Jesu Platz einzunehmen und Menschen von sich abhängig zu machen. 

Ehrlich gesagt, wenn Menschen dann doch abhängig von ihnen werden, ist das nicht immer ausschließlich auf dem Mist oder der Art des Leiters gewachsen. Sie sollen ihre Gabe ja auch nicht zurück halten und es gibt eben sehr starke, begabte Leiter, denen viele gerne folgen. Doch Jesus will eine eigene, persönliche, intime Liebesbeziehung mit jedem Einzelnen, fest gegründet auf dem geschriebenen Wort Gottes, der Bibel, geoffenbart durch den Heiligen Geist. Wenn unser Glaube auf Christus allein gebaut ist, ohne dabei die Geschenke Gottes an Seinen Leib zu verunehren (Leiter sind Geschenke an den Leib), ist der Glaube sicher. 

Das heißt nicht, dass keine Fragen aufkommen, man nicht schockiert oder nachdenklich wird, wenn sowas passiert wie der Absturz eines bekannten und geschätzten Leiters. Aber das Fundament, auf dem mein Leben steht, ist Christus, nicht einer Seiner eingesetzten Leiter. Ist das klar in meinem Leben, kann ich so ein größeres Versagen eines Leiters leichter wegstecken. Ich habe dem Leiter keinen unangebrachten Podest gegeben, daher hat sein Fehlverhalten auch keinen unangebrachten Effekt auf mein Leben. Wenn wir aufhören Leiter zu vergöttern (und anfangen sie wirklich in biblischem Sinne zu ehren), würden wir auch mehr Gnade mit ihren Fehlern haben. Eventuell würden manche groben Fehler gar nicht passieren, da sich der Druck der Nachfolger einen perfekten Leiter haben zu müssen, gar nicht aufbauen kann. Es gibt teilweise schier unglaublichen Erwartungsdruck an Leiter, den sie nie erfüllen können. Dies ist natürlich keine Ausrede für einen Leiter Mist zu bauen. Eine gesunde Seele, sicher in ihrer Identität in Christus, kann mit solchem Druck gut umgehen. Dennoch müssen wir alle lernen: Unser großer Oberhirte der Seelen ist Christus selbst und letztendlich auch Er allein! Die falsche Glorifizierung und einhergehenden Anforderungen an unsere Leiter muss aufhören! Stattdessen aufrichtige Liebe, Respekt, Ehre und Gnade an diese Stelle kommen. 

Zu dem Punkt muss man abschließend noch sagen: Wir dürfen lernen zu vergeben. Um Deiner Gesundheit willen: Vergib den Leitern, die an Dir schuldig geworden sind. Wenn nötig suche Hilfe, damit Vergebung stattfinden kann. 

Von Fehlern lernen

Mit all dem vorher Gesagtem stellt sich vielleicht die Frage, ob es denn dann egal ist, warum der Leiter gefallen ist? Nein, ist es natürlich nicht. Wenn möglich, sollten wir aus der Sache lernen. Die Geschichte wiederholt sich für die, die sie nicht kennen. Leider können wir aus der Distanz oft nicht genau sehen, warum sie gefallen sind. Meistens erst dann und bei denen, die durch gravierende Fehler durch gegangen, umgekehrt und wiederhergestellt sind. Und die gewillt sind, darüber zu reden. Das sind wichtige Zeugnisse der verändernden Gnade Gottes! 

Folgend will ich noch ein paar grundlegende Bereiche auflisten, von denen ich denke, dass sie sehr hilfreich dabei sind, um den Lauf siegreich bis ans Ende zu laufen – ohne grobe Verfehlungen. Denn das ist möglich durch Seine Gnade!

Tipps für einen starken Lauf bis ans Ende
  • Lebe eine intime Beziehung zu Jesus. Sicher spürt man das Feuer nicht immer gleich und ist nicht immer total high und mega begeistert. Dennoch sollte die Begeisterung und Freude an Jesus in Wellen kommen und grundlegend da sein und zunehmen. Zeit mit Ihm alleine und ohne Ablenkungen, Gedanken im Alltag mit Ihm füllen, Bewusstsein Seiner Gegenwart stärken… der Heilige Geist hilft uns. Klaut dir dein geistlicher Dienst die Freude, weil Du nur noch beschäftigt bist? Triff mutige Entscheidungen und verändere Dinge, um Raum für die erste Liebe zu machen! Ich kann da nur sagen: Sei mutig! Die Dienst- und Gemeindemaschine kann uns so beschäftigen, dass wir das Wesentliche aus den Augen verlieren und unsere daraufhin dürstenden Seelen dann anfällig für Lügen werden. Jesus ist die Fülle! Verliebte machen am Ende immer mehr als bloße Pflichterfüller! 
  • Gerade als Leiter mit der Aufgabe regelmäßig geistliche Nahrung zu geben, kann Bibel lesen zur stumpfsinnigen Pflicht werden. Lies die Bibel nicht, um zu predigen, sondern um transformiert zu werden und sie zu leben! Lies sie, um Jesus zu begegnen und zu werden wie Er. Lechze nach dem lebendigen Wort, das Deine Seele sättigt und tränkt. Sicher gibt es mal die Tage, wo man mal die Konkordanz nach einem Thema wälzt, um überhaupt eine Predigt zu haben, obwohl es im Herzen nicht lebendig ist. Und Gott stellt sich trotzdem dazu! Aber das darf kein Normalzustand für Jahre werden, und dass das Predigen trotzdem funktionieren kann, ist ja gerade auch eine echte Gefahr! Die Gabe funktioniert, auch wenn das Herz verödet daliegt! Das kann tragisch sein, weil wir es eventuell missverstehen als “alles ist in Ordnung, die Gabe funktioniert ja”. Was wir für uns persönlich lesen, predigt am Besten! Auch hier gilt es mutige Entscheidungen zu treffen und zu glauben, dass Dienst, Gemeinde und Versorgung letztendlich in Gottes Hand liegen, nicht in unserer Leistung. Loslassen und Vertrauen. Wenn es nicht Gottes Dienst ist, will man ihn doch eh’ nicht haben – viel zu anstrengend! Wenn der Herr das Haus nicht baut… Zu oft halten wir die Maschine am Laufen, sind dabei innerlich am Sterben, aber aus Angst loszulassen und wirklich Gott zu vertrauen, quälen wir uns durch. Kehr um zur Gnade! Das ehrt Gott doch gar nicht. Das ist nicht das Leben, was Er für Dich hat. Du darfst Ihm vertrauen wie ein Kind. Wofür Er beruft, befähigt Er auch. Sogar durch die harten Zeiten.
  • Identität. Wir müssen wissen, wer wir in Gottes Augen sind! Und uns dadurch auf den Weg machen von Wunden der Ablehnung geheilt zu leben. Die Suche nach Anerkennung und das Bedürfnis geliebt zu werden muss in Christus gesättigt sein, damit wir es nicht in dem suchen, was wir tun und nicht falsch abhängig von Menschen werden, oder sie kontrollieren wollen.
  • Sei Teil einer verbindlichen, lokalen Gemeindefamilie! (Jaja, nicht immer einfach. Trotzdem und gerade deshalb…)
  • Gesetzlichkeit killt die Gnadenbefähigung und somit die Freude. Der Druck, einem bestimmten Bild zu entsprechen, bestimmte Arbeit zu leisten, allen Anforderungen und Erwartungen aller möglichen Leute gerecht zu werden usw. kommen alle aus mangelndem Verständnis der Gnade Gottes. Gesetzlichkeit tötet. Wir müssen Gnade lernen! Hoffe völlig auf die Gnade! Gesetzlichkeit ist keine kleine Sache… Dient dem Herrn mit Freuden! Sogar in Versuchung und Anfechtung…
  • Umgib Dich mit Leuten, denen Du das Recht gibst, in Dein Leben zu sprechen. Gib offiziell Erlaubnis, da je nach dem was für ein Leitertyp Du bist, Menschen sich nicht trauen. Du musst nicht jedem Kritiker zuhören, aber habe Leute, denen Du vertraust und die nicht in allen Bereichen genauso denken wie du, damit Du nicht nur Bestätigung für das suchst, was Du eh machen willst. Gute Kritik ist nicht unser Feind! Egal welche Position, und wenn Du der “Apostel des Universums” bist – Gott hat einen Leib geschaffen und niemand hat die komplette Sicht. Wir erkennen alle nur stückweise und brauchen einander. Wer sich von der Fähigkeit Korrektur zu empfangen und lernbereit zu bleiben entfernt, geht einen rutschigen und gefährlichen Weg. Positioniere dich als Sohn/ Tochter gegenüber geistlichen Vätern und Müttern, bleibe immer ein Schüler. Demut ist so wichtig!!
  • Schwächen werden deutlich werden. Versteck sie nicht. Sei transparent mit ihnen. Du bestehst nicht aus deinen Schwächen, Du bist was Christus sagt, was du bist. Also ist keine Scham im Aufdecken und ans Licht bringen von Schwächen. Was ans Licht kommt, ist Licht und Gott gibt den Demütigen Gnade. So tritt der Scham ins Gesicht und komm ans Licht! Das ist eh viel mutiger, als Versteckspiele…
  • Lerne deinen „Bereich der Gnade“ oder „Autoritätsbereich“ kennen. Paulus wollte nicht über den Gott gegeben Bereich seines Einflusses hinaus gehen. Außerhalb davon fehlt die Gnade. Bewege Dich nur darin und geh nur weiter, wenn Gott Frieden gibt. Bin ich nicht bereit für mehr Einfluss, sollte ich dankbar sein, dass Gott ein Stop setzt. Denn wenn ich ihn bekomme und nicht damit umgehen kann, könnte das, was für Gutes dienen soll, mich zu Fall bringen. Das ist natürlich ein sensibler Bereich in Zeiten des „Lebe deine Träume“ und „Höher, weiter, schneller – Christentums“, aber ich glaube es ist extrem wichtig, da eine Balance zu finden. Gott muss uns erhöhen zur rechten Zeit. Keine Selbstpromotion, die uns über den Bereich der göttlichen Befähigung katapultiert, aber unser Charakter noch nicht reif dafür ist. Gerade in Zeiten von Instagram und Co nicht immer die leichteste Lektion. Nicht jeder Einfluss ist Gott gegeben… Wir können Dankbarkeit und Zufriedenheit lernen, wenn es nicht im Schnellzug-Turbo-Tempo voran geht. Geduld und Glauben sind Zwillinge. Und wenn Gott den „Schnellzug-Turbo-Gang“ einlegt, dann klappt es auch. 
  • Warte nicht bis es zu spät ist, um Hilfe zu holen. Wir tendieren dazu erst dann Hilfe zu holen, wenn es 5 vor 12 ist und ein echter Notfall. Ich bin da auf jeden Fall schon öfter schuldig gewesen! Irgendwie haben wir Menschen die Tendenz, sich von Notfällen in das Gute treiben zu lassen. Aber muss das so sein? Nein! Würden wir es vorher machen, würden viele Notfälle gar nicht eintreten. Deine Ehe läuft bis auf paar Kleinigkeiten ganz gut? Investiere in einen guten Ehekurs! Und vielleicht verschwinden auch die Kleinigkeiten, oder aber sie werden wenigstens nicht zu großen Problemen in der Zukunft.
  • Trau Dich, Pausen zu machen. Gott ruhte am 7 Tag. Ich weiß nicht, ob Gott das wirklich brauchte, aber es heißt der Ruhetag ist für uns. Pausen, Urlaub, ein Hobby… wir können und dürfen das machen, ja wir sollten! Am Besten so, dass wir es genießen, nicht weil wir es brauchen…
  • Iss gesund und ausgewogen, mach Sport und schlafe genug. Und mach Smartphone Pausen. 🙂

Natürlich gäbe es mehr zu sagen und jeden Punkt detailliert auszuführen. Aber das waren ein paar der mir wichtigsten Punkte, welche überschaubar sind. Vielleicht gehören für Dich noch ein paar mehr dazu. 

Hoffnung

Ein wiederhergestellter Leiter kann stärker werden als jemals zuvor. Das ist unsere Hoffnung und Gebet!

Einer der Verse, der Gottes Herz gegenüber solchen, die gefallen sind, am Besten ausdrückt, ist in Galater 6 Vers 1 zu finden:

Brüder, wenn auch ein Mensch von einem Fehltritt übereilt wird, so bringt ihr, die Geistlichen, einen solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht. Und dabei gib auf dich selbst acht, dass nicht auch du versucht wirst!

Liebe und Gnade, Dein Conrad Max Gille