Die echte Gefahr im Umgang mit Corona-Infos

Die Zeiten zum Ende des Sommers in der Corona Krise sind sehr interessant und Menschen gehen sehr unterschiedlich damit um. Es gibt das ganze Spektrum von Corona Leugnern, Verschwörungstheoretikern, Maßnahmen ablehnende, oder auch Abwartende und die Regeln haltende Menschen ohne große Meinung, bis hin zu furchtsam Panik machenden Schwarzmalern. Mit natürlich allen Grauzonen und auch wechselnden Ansichten.

Verschiedene Meinungen und Ansichten haben ist normal und sogar wichtig. Ansichten können und müssen sich auch aufgrund von der Informationslage und Erfahrungen ändern. Doch die Informationslage ist schwierig. Und so gehen Menschen unterschiedlich mit dem Thema um, oft auch auf Grundlage sehr unterschiedlicher Informationen aus allen möglichen Quellen.

Nun, hier soll es gar nicht um die verschiedenen Ansichten gehen. Hier soll es um etwas anderes gehen. Um eine echte Gefahr hinter dem Umgang mit den verschiedenen Ansichten unter uns Christen.

Das Königreich Gottes ist keine politische Macht. Als Jesus die Ausgießen des Heiligen Geistes ankündigte, fragten Seine Nachfolger diese Frage:

„Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her?“ Apostelgeschichte 1, 6

Was sollten sie auch anders fragen? Der Heilige Geist wirkte in den Zeiten vor Christus meistens als eine politische Macht, um Israel als Nation zu helfen und zu stärken. Sei es durch deren Könige oder Propheten. Israel litt zur Zeit Jesu unter den römischen Besetzern und die jüdische Nation wünschte sich einen Befreier, einen Erlöser! Und Er kam und erlöste sie. Aber nicht wie sie es dachten! Er kam nicht, um sie politisch zu erlösen, sondern von ihren Sünden! Denn Jesus wusste das wahre Problem ist nicht außen, sondern innen! Und wenn sich innen nichts ändert, wird es außen nie was werden werden.

Jesu Antwort auf ihre Frage war:

„Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“ Apostelgeschichte 1, 8

Ich bemerke diese Tage etwas, was mich beunruhigt: Christen kriegen sich in die Haare wegen politischen Meinungen zum Thema Corona Krise. Es wird sich mehr damit beschäftig, ob Masken tragen richtig oder falsch ist, als die Gute Nachricht von der Erlösung in Christus in Kraft bekannt zu machen. Gemeindefamilien erleben Anfänge von Zerrissenheit, weil die einen sehr vorsichtig sind und die anderen gar eine komplette Verschwörung wittern und der Umgang damit Spannungen bringt, die trennend wirken. Und während ich denke, dass es keine schwarz-weiß Antwort in dem Thema gibt, gibt mir genau diese schwarz-weiß Ausprägung zu denken. Sie polarisiert in den eigenen Reihen und verschiebt das Kampffeld auf einen Nebenkriegsschauplatz. Ich wiederhole: Ich kreide hier nicht die verschiedenen Meinungen an, sondern den Umgang damit!

Gerade jetzt bräuchte die Welt eine geeinte Gemeinde, die in Kraft die Werke der Finsternis zurück drängt, ein klares Zeugnis an Charakter ist und das Evangelium bekannt macht. Anfangs sah es so aus, als ob die Corona Krise sogar in diese Richtung mitwirkt. Mittlerweile läuten aber bei mir Alarmglocken. An der Liebe unter uns soll man Jesus erkennen, nicht an unserer politischen Meinung.

Und ja, Christen sollten sich natürlich in der Politik engagieren und göttliche Werte mit dienenden Herzen vertreten und den politischen Einfluss auch nutzen, um Gutes zu tun. Und ja, unsere Stimme muss gehört werden – besonders, wenn es Unrecht gibt! Und es gibt genug davon! Menschenhandel, Kinderprostitution, moderne Sklaverei etc etc etc… Aber diese Dinge sind meistens unter uns Christen deutlich und klar. Die momentane Krise ist das nicht. Es ist Neuland. Es gibt wenig gesicherte Information in allen Richtungen. Vieles wird schnell revidiert und anderes sollte revidiert werden. Gefühlt wird auch oft mit zweierlei Maß gemessen und die Motive für das Handeln sind undurchsichtig. Fehler werden gemacht. Sicher ist, dass nicht viel wirklich sicher ist. Außer Jesus, Sein vollbrachtes Werk und Seine Verheißungen!

Können wir darauf achten, dass wir uns im Geist Christi, nämlich dem Geist der Liebe, begegnen? Können wir andere Meinungen stehen lassen und unseren Bekehrungsdrang eher auf das Evangelium verlagern, als auf politische Diskussionen? Politik ist wichtig, wird unser Land aber nicht heilen. Wir brauchen eine Erweckung der Herzen, eine Hinwendung zu Christus, das Feuer der ersten Liebe und Mut, gerade jetzt als Gemeinde Christi voran zu gehen. Echte Veränderung ist immer von innen nach außen! Wir brauchen die Kraft des Heiligen Geistes, nicht Rechthaberei und endlose Debatten.

Das Königreich Gottes ist keine politische Macht! Lass uns darauf achten, dass Politik nicht zu Spaltungen und Trennungen führt, die nicht sein müssen. „Parteiungen“ sind immer noch Werke des Fleisches… (siehe Galater 5, 20). Und ob wir wütend, ängstlich, eingeschüchtert, gestresst, oder keinen Bock mehr haben… all das sind keine göttlichen Motive zu handeln. Nur Liebe. „Denn eines Mannes Zorn wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit.“ Jakobus 1, 20

Tauche ein in Seine Liebe und die Perspektive des Himmels! Jesus ist Sieger und wir lernen, Seinen Sieg mehr und mehr auszuleben! Als ein geistliches Haus, eins in Christus!

Euer Conrad